Beamte durchsuchen eine Flüchtlingsunterkunft in Ellwangen / Baden-Württemberg | Bildquelle: dpa

Suche nach straffälligen Nordafrikanern Razzien in Flüchtlingsheimen

Stand: 28.01.2016 17:53 Uhr

Hundertschaften der Polizei haben Flüchtlingsheime in Baden-Württemberg und Dortmund durchsucht. Die Einsätze in Dortmund und Ellwangen richteten sich vor allem gegen kriminelle Strukturen von Asylsuchenden aus den Maghreb-Staaten.

Mit einem Großeinsatz hat die Polizei im baden-württembergischen Ellwangen die Registrierung von Flüchtlingen aus Nordafrika durchgesetzt. "Die Nordafrikaner sind in letzter Zeit hier durch Schlägereien aufgefallen", sagte ein Sprecher des Regierungspräsidiums Stuttgart. Zwei Hundertschaften der Polizei waren im Einsatz. Dieser sei ruhig verlaufen: "Wir haben die Situation im Griff, es gab bisher keine nennenswerte Gegenwehr."

Bislang wurde bei sieben Asylbewerbern eine doppelte Identität festgestellt. Außerdem wurden Handys und Laptops als vermeintliches Diebesgut beschlagnahmt, so die Polizei. Schon jetzt sei festgestellt worden, dass sich in Ellwangen Menschen befinden, die schon in Frankreich zum Teil unter anderen Identitäten Straftaten begangen hätten. Zudem gebe es zwei Haftbefehle im Zusammenhang mit schwerem Raub.

Razzia in Dortmund

Auch in Dortmund durchsuchten mehrere Hundertschaften der Polizei ein Erstaufnahmelager. Man gehe davon aus, dass sich dort viele Nordafrikaner unter falscher Identität als vermeintlich syrische Flüchtlinge aufhalten, so ein Sprecher der Polizei. Die Ermittler vermuten, dass einige von ihnen für Serien-Taschendiebstähle und weitere Straftaten verantwortlich sind. Es sollen auch Straftaten innerhalb der Flüchtlingsunterkünfte begangen worden sein.

Insgesamt wurden 46 Männer kontrolliert. Dabei seien Unregelmäßigkeiten festgestellt worden, teilte die Polizei mit. Zwei Flüchtlinge hatten Papiere mit unterschiedlichen Personendaten dabei. Einer soll sogar fünf verschiedene Identitäten benutzt und damit Sozialleistungen erhalten haben. Er saß bereits wegen Körperverletzung und Bandendiebstahls in Haft. Ein weiterer Mann wurde mit Abschiebehaftbefehl gesucht, ein vierter konnte die Herkunft von drei Handys nicht erklären.

Bei allen anderen Beteiligten müssen noch Daten und Fingerabdrücke bundes- und europaweit abgeglichen werden. "Nur so kann beurteilt werden, ob ein Zuwanderer bereits unter anderen Personaldaten in Europa bekanntgeworden ist", sagte ein Polizeisprecher. Die Dortmunder Polizei will solche Sammelidentitätskontrollen in unregelmäßigen Abständen wiederholen.

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 28. Januar 2016 um 22:15 Uhr.

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