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[Bildunterschrift: Seltener Anblick: ein Mann in Unterfranken gönnt sich eine Zigarette. ]
Beim Tabakkonsum gibt es in Deutschland ein Nord-Süd-Gefälle. Bei den Männern belegen die Bewohner Mecklenburg-Vorpommerns, Bremens und Berlins die Spitzenplätze. Die meisten Raucherinnen gibt es in Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen, Bremen, Hamburg und Berlin. Dies geht aus dem "Tabakatlas 2009" hervor, der vom Deutschen Krebsforschungszentrum in Zusammenarbeit mit dem Bundesgesundheitsministerium und dem Robert-Koch-Institut erarbeitet wurde. Er soll umfassend die gesundheitlichen Gefahren des Rauchens aufzeigen und erschien das erste Mal.
Der Grund für die unterschiedliche Verteilung ist nach Angaben von Martina Pötschke-Langer vom Deutschen Krebsforschungszentrum der geringere soziale Status der Einwohner in den nördlichen Ländern. In den wohlhabenderen Schichten im Süden werde weniger zur Zigarette gegriffen. Die regionalen Unterschiede spiegelten sich auch in den Todeszahlen wider. "Wo viel geraucht wird, wird auch viel gestorben", so Pötschke-Langer. Insgesamt seien jährlich 110.000 Todesfälle auf Nikotinkonsum zurückzuführen.
Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Sabine Bätzing, leitet aus den Erkenntnissen des Tabakatlases ab, dass die Prävention "weiterhin ganz oben auf der politischen Agenda stehen muss." Rauchen sei das größte vermeidbare Gesundheitsrisko unserer Zeit - dennoch rauchten bis heute fast ein Drittel der Bevölkerung.
[Bildunterschrift: Ein Drittel der deutschen Bevölkerung greift zumindest gelegentlich zur Zigarette. ]
Laut Tabakatlas rauchen deutlich mehr der erwachsenen Männer (34,8 Prozent) als Frauen (27,3) aus der gleichen Altersschicht. Dagegen überwiegen unter Deutschlands Jugendlichen die weiblichen Raucher. So rauchen 16,2 Prozent aller Mädchen zwischen 12 und 17 Jahren, aber nur 14,7 Prozent der Jungen in dieser Altersgruppe. Bei der regionalen Verteilung in dieser Altersgruppe zeigt sich ein klares Ost-West-Gefälle. So liegt die Raucherquote in den neuen Bundesländern unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen bis 20 Jahre bei rund 30 Prozent, in Westdeutschland liegt sie rund zehn Prozentpunkte darunter.
Insgesamt rauchen knapp mehr als ein Viertel der Tabakkonsumenten nur gelegentlich. 30 Prozent gelten als sehr starke Raucher - sie konsumieren 20 oder mehr Zigaretten pro Tag. Bei den Männern finden sich die starken Raucher vor allen bei den über 40-Jährigen. Bei den 50- bis 59-jährigen Rauchern sind dies 46 Prozent.
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Auch Bildung und der soziale Status beeinflussen das Rauchen. So rauchen 42 Prozent der männlichen Hauptschüler im Alter zwischen 12 und 17 Jahren, laut Tabakatlas aber nur 18 Prozent der gleichaltrigen Gymnasiasten. Bei Erwachsenen zeigt sich ein ähnliches Bild. So rauchen 59 Prozent aller männlichen Gebäudereiniger, aber nur 15 Prozent aller Elektroingenieure. Bei den Frauen rauchen 47 Prozent aller Stewardessen, aber nur 14 Prozent aller Gymnasiallehrerinnen.
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