Kommentar

Illegale Autorennen Härtere Strafen für Raser - richtig so!

Stand: 29.06.2017 17:49 Uhr

Rasern bei illegalen Autorennen droht künftig bis zu zehn Jahre Gefängnis, Fahrzeug- und Führerscheinentzug. So steht es in einem verabschiedeten Gesetzentwurf. Über die bisherigen Geldstrafen hätten Raser nur müde gelächelt.

Ein Kommentar von Julia Barth, ARD-Hauptstadtstudio

Es ist nicht die Frage, ob das Gesetz gut ist. Die Frage ist vielmehr, warum mussten wir bis jetzt darauf warten? Endlich bekommen Raser das, was sie verdienen, wenn sie Menschenleben gefährden, nur um sich selber einen Kick zu verschaffen oder ihren Testosteronstau abzubauen.

Über Geldstrafen lächelte die Szene

Illegale Autorennen sind kein Kavaliersdelikt. Wer mit 160 Kilometern pro Stunde durch eine 50er-Zone rast, der hat mehr verdient als eine Geldbuße und ein paar Monate Fahrverbot. Es muss weh tun. Und das tut es mit dem verschärften Gesetz. Gefängnis auch dann, wenn niemand zu Schaden kommt. Strafen auch für die, die solche Rennen organisieren und damit zur Raserei anstacheln. Neben dem Führerschein, kann auch das Auto einkassiert werden. Richtig so, denn wenn man den Rasern damit droht, ihnen ihre Freiheit oder ihr Spielzeug wegzunehmen, dann wird das allemal abschreckender wirken, als drei Monate Fahrverbot und ein paar Hundert Euro Geldstrafe, über die die Szene vermutlich nur milde lächelt.

Die Opposition hätte im Gesetz gerne noch konkrete Zahlen verankert, wie viel zu schnell strafbar ist. Grüne und Linke finden es nicht präzise genug, dass bestraft wird, wer mit nicht angepasster Geschwindigkeit, grob, verkehrswidrig und rücksichtslos fährt. Diese Kritik ist nicht nachvollziehbar. Denn der Justiz ist durchaus zuzutrauen, unterscheiden zu können, ob jemand zu einem wichtigen Termin gehetzt ist, ein Tempolimit übersehen hat oder ob jemand aus reinem Spaß an der Freude verantwortungslos gerast ist.

Bundestag beschließt Strafverschärfung für illegale Autorennen
tagesschau 16:00 Uhr, 29.06.2017, Axel Finkenwirth, ARD Berlin

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Zur falschen Zeit am falschen Ort

Und wer mit 120 Kilometern pro Stunde zum Bäcker fährt, der kann wohl niemandem glaubhaft erzählen, dass er nur aus mangelnder Aufmerksamkeit so schnell war. Ein Drittel aller Verkehrstoten in Deutschland stirbt wegen überhöhter Geschwindigkeit. Die Todesopfer, die illegale Autorennen in Köln, Berlin und zuletzt Mönchengladbach gefordert haben, waren allesamt unbeteiligte Menschen, deren einziger Fehler es war, zur falschen Zeit am falschen Ort zu sein.

Es gibt allen Grund, diese Gefahr von der Straße zu holen. Die härteren Strafen, die der Bundestag jetzt beschlossen hat, machen Hoffnung, dass das in Zukunft besser gelingt.

Endlich tut es weh! Kommentar zu härteren Strafen für Raser
J. Barth, ARD Berlin
29.06.2017 17:31 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 29. Juni 2017 um 16:00 Uhr.

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