Arbeiterinnen packen Beutel mit Innereien in Brathähnchen. | Bildquelle: picture alliance / dpa

Keime in Gefügel Es ist nicht besser geworden

Stand: 13.09.2017 12:14 Uhr

Hähnchen- und Putenfleisch ist enorm mit antibiotikaresistenten Keimen belastet. Behörden haben die Keime in fast jeder zweiten Probe gefunden. Die Grünen fordern nun, den Einsatz von Antibiotika in der Tierhaltung drastisch zu reduzieren.

Von Arne Meyer-Fünffinger, ARD-Hauptstadtstudio

Die Untersuchungsbehörden der Länder haben im Jahr 2016 mehrere hundert Fleischproben aus dem Einzelhandel genommen, um sie auf antibiotikaresistente Keime zu untersuchen. Darunter befand sich auch Putenfleisch. Alleine hier nahmen die Behörden über 450 Proben, um sie zum Beispiel auf MRSA-Keime zu testen. Das Ergebnis nach Untersuchung der Putenfleisch-Proben: In fast jeder zweiten waren MRSA-Keime nachweisbar. Bei Hähnchenfleisch betraf das bei über 400 genommenen Proben mehr als jede Zehnte.

Diese Keime spielen nach Angaben des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit weltweit eine große Rolle "als Verursacher von zum Teil schwerwiegenden Krankenhausinfektionen", so das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit.

Resistente Keime auf jeder zweiten Hähnchenfleischprobe
tagesschau 17:00 Uhr, 13.09.2017, Robin Lautenbach, ARD Berlin

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Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion

Mit Blick auf so genannte ESBL-Bakterien, die ebenfalls resistent sind gegen Antibiotika, fielen die Ergebnisse ähnlich aus. Diese Keime gelten nach BVL-Angaben ebenfalls als Verursacher von Krankenhausinfektionen: "Vor allem bei Risikopatienten wie Neugeborenen kann eine Besiedelung mit ESBL-bildenden Bakterien schwerwiegende Infektionen auslösen." Bei jeder zweiten von ebenfalls mehr als 400 Hähnchenfleischproben war der ESBL-Keim nachweisbar. Bei der Untersuchung von über 450 Putenfleischproben war die Quote bezogen auf ESBL-Keime fast genauso hoch.

Die Zahlen stammen aus einer Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion, die das Bundeslandwirtschaftsministerium beantwortet hat. Die Ergebnisse aus dem Vorjahr, die das BVL in seinem "Zoonose-Monitoring" vorgelegt hat, bewegen sich auf einem ähnlichen Niveau.

"Die Funde sind erschreckend hoch, und es ist in den letzten Jahren zu keiner wesentlichen Besserung der Situation gekommen. Vor allem der Einsatz von Antibiotika in der Tierhaltung muss drastisch reduziert werden", erklärte Grünen-Fraktionsvize Oliver Krischer.

Ministerium rät zum guten Durchgaren

Das Bundeslandwirtschaftsministerium empfiehlt, diese Lebensmittel vor dem Verzehr durchzugaren. Mit dem Thema der Antibiotikaresistenzen beschäftigt sich heute in Berlin auch eine Fachtagung, an der unter anderem Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt und Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe teilnehmen.

Offizielles Ziel der Bundesregierung ist es, den Einsatz von Antibiotika in der Humanmedizin und in der Tierhaltung zu reduzieren, um die weitere Ausbreitung von Resistenzen zu vermeiden. "Schätzungen zufolge sterben jährlich rund 700.000 Menschen weltweit an den Folgen von Antibiotika-Resistenzen", so das Bundesgesundheitsministerium.

Über dieses Thema berichtete am 13. September 2017 Deutschlandfunk um 11:39 Uhr und die tagesschau um 14:00 Uhr.

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