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Die Rüstungsvorhaben der Bundeswehr verschlingen Milliardensummen. Der Kauf neuer Waffensysteme steht daher oft in der Kritik. Jetzt gibt es grünes Licht für den Erwerb von mehr als 400 Schützenpanzern vom Typ Puma. Ist das Geld wirklich angelegt?
Von Christian Thiels, ARD-Hauptstadtstudio Berlin
Heute hat der Verteidigungsausschuss über ein Rüstungsvorhaben entschieden, das eine echte Rarität ist - denn es ist eigentlich unumstritten. 410 Schützenpanzer vom Typ "Puma" soll das Deutsche Heer bekommen, wenn der Haushaltsausschuss auch noch seine Zustimmung gibt.
[Bildunterschrift: Der Schützenpanzer Puma ]
Raubkatzen-martialisch "Puma" getauft, ist der neue Schützenpanzer ein Lieblingsprojekt von Heeresinspekteur Generalleutnant Hans-Otto Budde. Den traf man vor den Türen des Verteidigungsausschusses im Deutschen Bundestag in bester Laune. "Ich freue mich sehr", frohlockte der oberste General der Landstreitkräfte. Vielleicht auch, weil der "Puma" im Gegensatz zu Transportflugzeugen, die nicht kommen, Eurofightern, die keine Gegner mehr haben oder Fregatten, die als viel zu teuer gelten, tatsächlich als Erfolgsgeschichte gilt.
[Bildunterschrift: Schützenpanzer vom Typ ''Marder'' (Archivbild) ]
Der neue Schützenpanzer, der den betagten "Marder" aus den 70er Jahren ersetzen soll, wurde in Rekordzeit von der Industrie entwickelt und – auch das ist neu bei Rüstungsprojekten – er wird wirklich gebraucht. Das gibt selbst die Opposition zu.
Rund 2,9 Milliarden Euro werden die mehr als 400 Schützenpanzer für die Bundeswehr insgesamt kosten. Fürs gleiche Geld bekommt die Luftwaffe gerade mal 48 Jets vom Typ Eurofighter. Trotzdem ist der "Puma" nicht unbedingt ein Schnäppchen und bei fast drei Milliarden Euro Kosten muss die Frage erlaubt sein, wozu das Heer überhaupt einen neuen Panzer braucht.
[Bildunterschrift: "Fuchs"-Transportpanzer der Bundeswehr bei einem Einsatz in Afghanistan 2005 ]
Der "Puma" ist kein Kampfpanzer mit großer Kanone, der gegen andere Panzer eingesetzt werden soll. Ein solches Szenario gilt bei Militärs und Politik inzwischen auch als sehr unwahrscheinlich. Jenseits deutscher Grenzen lauern keine großen Panzerdivisionen des Warschauer Paktes mehr.
Die Einsätze der Bundeswehr finden inzwischen am Hindukusch, in Afrika oder auf dem Balkan statt. Die Bedrohung sind kleine, mobile Trupps von Aufständischen sowie Minen und Sprengsätze.
Genau auf solche Gefahren ist der 70 Stundenkilometer schnelle "Puma" ausgelegt. Er ist mit knapp siebeneinhalb Metern Länge und 3,7 Metern Breite verhältnismäßig klein, bietet Platz für sieben Soldaten und ist besser gepanzert als jedes andere Fahrzeug seiner Klasse. So widersteht der bis zu 43 Tonnen schwere "Puma" sowohl Minenexplosionen als auch dem Beschuss mit der Panzerfaust – einer Lieblingswaffe von Terroristen und Taliban-Kämpfern.
Für die Soldaten bietet der "Puma" also das, was sie etwa in Afghanistan am allermeisten brauchen: Schutz. Darüber hinaus hat der neue Panzer eine 30-Millimeter-Schnellfeuerkanone und diverse elektronische Augen zur Beobachtung seiner Umgebung. Zudem kann man ihn schnell per Flugzeug transportieren - wenn man ein entsprechendes Flugzeug hat.
[Bildunterschrift: Computersimulation des Airbus-Transporters A400M ]
Doch der Militär-Airbus A400M, der den "Puma" in die Einsatzgebiete schleppen soll, wird wegen Problemen bei der Entwicklung erst Jahre nach dem Panzer bei der Bundeswehr landen. Bis dahin bleibt nur der lange Seeweg - oder der "Puma" muss zu Hause bleiben.
Einen Beitrag von Christian Thiels über den "Puma" sehen Sie heute Abend um 0.15 Uhr im Nachtmagazin im Ersten
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