Wohngebäude in Schwerin | Bildquelle: picture alliance / Jens Büttner

Programmvergleich Wie die Parteien den Wohnungsbau fördern wollen

Stand: 18.10.2017 03:36 Uhr

Alle Parteien setzen sich für den Neubau von Wohnungen ein. Große Unterschiede bestehen aber im vorgeschlagenen Weg dorthin. Umstritten ist auch die Zukunft der Mietpreisbremse. Die Positionen im Vergleich.

Die Union verspricht ein neues Baukindergeld, um Familien den Kauf des Eigenheims zu erleichtern. Insgesamt sollen - auch durch steuerliche Förderung - bis 2021 insgesamt 1,5 Millionen neue Wohnungen entstehen. Die Grünen planen eine Million neuer Wohnungen mit Sozialbindung, um bezahlbares Wohnen zu ermöglichen. Alle Parteien wollen das Wohngeld anders gestalten als bisher. Die FDP will es so reformieren, dass alle Mieter zahlungsfähig sind. Im Gegenzug soll der Anspruch auf eine Sozialwohnung stark eingeschränkt werden.

CDU/CSU

CDU und CSU versprechen, in der neuen Wahlperiode nichts zu beschließen, was den Neubau von Wohnraum verteuern könnte. Der Neubau von Mietwohnungen soll steuerlich gefördert werden. Ziel ist der Neubau von 1,5 Millionen Wohnungen zwischen 2017 und 2021. Familien mit Kindern sollen von einem neuen Baukindergeld profitieren. Es soll bei 1200 Euro pro Kind und Jahr liegen und für zehn Jahre gezahlt werden. Wer zum ersten Mal eine Wohnimmobilie zur eigenen Nutzung kauft, würde demnach durch neue Freibeträge für Erwachsene und Kinder bei der Grunderwerbsteuer entlastet werden. Die Union kündigt auch eine Reform des Wohngeldsystems an, ohne dies im Detail auszuführen.

FDP

Die FDP will den Neubau von Wohnungen attraktiver machen. Als ein Element sollen die steuerlichen Anreize dadurch verbessert werden, dass die jährliche Abschreibungsrate für Gebäude von zwei auf drei Prozent steigt. Die Liberalen wollen die Mietpreisbremse abschaffen, weil sie Investitionen in mehr Wohnraum verhindere. Zudem setzt sich die Partei dafür ein, dass der Bund Mittel für den Wohnungsbau nur noch mit ausdrücklicher Zweckbindung bereit stellt, damit das Geld nicht in den allgemeinen Haushalten von Ländern und Kommunen verschwinden kann. Die FDP macht sich auch dafür stark, den Anspruch auf Sozialwohnungen auf jene zu beschränken, die auf dem freien Wohnungsmarkt nicht zum Zuge kommen. Damit im Regelfall alle Mieter zahlungsfähig sind, soll der Staat ein angemessenes Wohngeld zahlen, das jährlich an die lokale Entwicklung der Mieten angepasst wird.

Grüne

Die Grünen streben den Bau von einer Million dauerhaft günstiger Wohnungen mit Sozialbindung an. Genossenschaften sollen gestärkt werden. Von den Fördermodellen beim Wohnungsbau sollen besonders Familien und Geringverdiener profitieren. Den Einfluss von Finanzinvestoren auf den Wohnungsmarkt will die Partei zurückdrängen, indem Immobilienspekulationen uneingeschränkt besteuert werden. Wohnungen dürfen demnach kein Spekulationsobjekt werden. Mit einer wirkungsvolleren Mietpreisbremse möchten die Grünen zudem Mieterhöhungen stärker begrenzen. Darüber hinaus verspricht die Partei eine Verdopplung des Wohngeldes bei gleichzeitiger Berücksichtigung der Heizkosten. Wohngeldempfänger sollen zudem von einem neuen Klimazuschuss für energetisch sanierte Wohnungen profitieren.

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