Gruppe von Senioren | Bildquelle: picture alliance / dpa

Programmvergleich Was die Parteien bei der Rente wollen

Stand: 18.10.2017 03:36 Uhr

Welche Rolle spielt die gesetzliche Rente künftig noch? Wie sollen private und betriebliche Altersvorsorge gefördert werden? Soll es eine garantierte Mindestrente geben und für wen? Die Positionen der Parteien im Vergleich.

Die Union macht in der Rentenpolitik keine neuen Vorschläge, sondern verweist auf das Erreichte. Für die Grünen ist nicht nur das Rentenniveau ein wichtiges Thema, sondern auch eine Garantierente als Teil des Kampfes gegen Altersarmut. Die FDP setzt sich für eine Flexibilisierung des Renteneintrittsalters ein, bei der jeder ab 60 Jahren selbst über den Beginn des Ruhestands entscheiden kann - allerdings immer mit direkten Auswirkungen auf die Höhe der Rente.

CDU/CSU

Neben dem grundsätzlichen Bekenntnis zum Drei-Säulen-Modell aus den zentralen Elementen der gesetzlichen Rente sowie der Betriebsrente und der privaten Altersvorsorge macht die Union keine konkreten Vorschläge. Sie kündigt stattdessen an, eine parteiübergreifende Rentenkommission gründen zu wollen, die bis Ende 2019 Vorschläge erarbeiten soll. In ihrem Wahlprogramm verweist die Union sonst in erster Linie auf die beschlossenen Grundlagen für die Rente mit 67, das Rentenniveau und die Stabilisierung der Rentenbeiträge über das Jahr 2020 hinaus. Auch beim Thema Betriebsrenten, Mütterrenten und Ost-West-Angleichung beschränkt sich die Union auf einen Rückblick. Die CSU fordert in ihrem Bayernplan allerdings zusätzlich eine Mütterrente II: die Anrechnung eines dritten Erziehungsjahres für Kinder, die vor 1992 geboren wurden.

FDP

Die FDP setzt sich bei der Rente für ein Baukastenprinzip ein. Ein Bestandteil ist die gesetzliche Rente, bei der das Niveau angepasst werden müsse, um drastische Beitragssteigerungen zu vermeiden. Die betriebliche und die private Altersvorsorge sollen als weitere Bausteine attraktiver gemacht und auf eine breitere Basis gestellt werden. Selbstständige sollen mit einer Basisabsicherung für das Alter vorsorgen. Die FDP schlägt für die Bürger ein persönliches Vorsorgekonto vor, damit jeder jederzeit den Überblick über die bereits gesammelten Ansprüche der Altersvorsorge hat. Die Liberalen fordern mehr Flexibilität vom Übergang vom Arbeitsleben in den Ruhestand. Ab einem Alter von 60 Jahren soll jeder selbst entscheiden, wann er in Rente geht. Voraussetzung ist aber, dass die Summe aus der gesetzlichen Rente und der sonstigen Altersvorsorge über dem Niveau der Grundsicherung liegt. Wer früher in Rente geht, muss Abschläge hinnehmen, wer länger arbeitet soll mehr bekommen. Den fließenden Übergang in den Ruhestand durch eine Kombination von Teilzeit und Teilrente will die FDP erleichtern, indem sie die Hinzuverdienstgrenzen neben dem Rentenbezug abschafft. Politische Eingriffe in die Rentenformel oder auch eine Rentengarantie lehnen die Liberalen ab.

Grüne

Die Grünen wollen vor allem die gesetzliche Rente stärken. Das derzeitige Rentenniveau soll dabei nicht weiter sinken. Versicherungsfremde Leistungen werden demnach künftig mit Steuergeldern bezahlt. Als einen ersten Schritt auf dem Weg zu Bürgerversicherung sollen auch Selbstständige, Minijobber und Abgeordnete in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen. Gleichzeitig strebt die Partei die Einführung einer steuerfinanzierten Garantierente an, die oberhalb der Grundsicherung liegen soll. Davon profitieren könnten alle, die den größten Teil ihres Lebens gearbeitet haben, rentenversichert waren, Kinder großgezogen oder Angehörige gepflegt haben. Bei der privaten und betrieblichen Altersvorsorge schlagen die Grünen einen öffentlich verwalteten Bürgerfonds vor, der das Geld der Versicherten effizienter und ertragreicher anlegen soll. Betriebsrenten sollen künftig alle Arbeitgeber anbieten. Die Grünen bekennen sich zur Rente ab 67, wollen aber die Möglichkeiten verbessern, sich früher für den Ruhestand zu entscheiden. Zu diesem Zweck soll ab 60 Jahren eine Altersteilzeit durch eine attraktive Teilrente gefördert werden. Die Angleichung der Ost-Renten an die West-Renten will die Partei vorantreiben.

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