Studierende verfolgen eine Vorlesung in einem Hörsaal der Uni Leipzig | Bildquelle: dpa

Programmvergleich Wie die Parteien die Bildung verbessern wollen

Stand: 18.10.2017 03:36 Uhr

Gebührenfreie Bildung von der Kita bis zur Uni, Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung und Milliardeninvestitionen in die Schulen. Die Liste der Wahlversprechen im Bildungsbereich ist lang. Die Positionen im Vergleich.

Die Bedeutung der Bildung betonen alle Parteien. Doch die Ansatzpunkte sind unterschiedlich. Hohe Investitionen im Schulbereich versprechen vor allem Grüne und FDP. Nationale Bildungsstandards fordern zudem die Liberalen mit Nachdruck. Die Grünen wünschen sich ein möglichst langes gemeinsames Lernen. Gebührenfreie Bildung von der Kita bis zur Uni sind ein weiteres ihrer erklärten Ziele. Neben der Verbesserung der Kita-Angebote ist in mehreren Wahlprogrammen auch die Ganztagsbetreuung im Grundschulalter ein wichtiges Thema: In diesem Punkt versprechen Union und Grüne die Einführung eines Rechtsanspruchs.

CDU/CSU

Die Union verweist in der Bildungspolitik auf Entscheidungen der auslaufenden Wahlperiode und auf die Zuständigkeit der Länder im Schulbereich. Nur an wenigen Stellen nennen CDU und CSU konkrete Vorhaben für die kommenden vier Jahre: Die Union kündigt einen neuen Rechtsanspruch auf Betreuung im Grundschulalter an. Das Gymnasium soll als eigenständige Schulform erhalten bleiben. Im Bereich der Forschung sollen die Ausgaben bis zum Jahr 2025 auf 3,5 Prozent der Wirtschaftsleistung Deutschlands steigen.

FDP

Im Wahlprogramm der FDP steht Bildung an erster Stelle: Das Ziel: die weltbeste Bildung für jeden. Mit mehr Geld, mit Digitalisierung, einheitlichen Standards und einer Garantie, dass kein Unterricht ausfällt. Die Ausgaben für Bildung wollen die Liberalen so weit steigern, dass Deutschland zu den Top-5-Staaten innerhalb der OECD gehört. Dazu gehört auch die Ankündigung, binnen fünf Jahren 1000 Euro pro Schüler in Technik und Modernisierung zu investieren. Die Bezahlung und Ausbildung der Kita-Erzieher und der Lehrer soll verbessert werden. Die FDP setzt sich für bundesweite Bildungsstandards und einheitliche Abschlussprüfungen ein. Schulen soll mehr selbst entscheiden können. Gleichzeitig möchten die Liberalen die Finanzierung von Kitas und Schulen künftig allein über Bildungsgutscheine organisieren. Die Eltern erhalten solche Gutscheine für ihre Kinder und geben sie an die von ihnen gewählte Bildungseinrichtung weiter. Nur diese kann den Gutschein dann beim Staat einlösen. Das soll den Wettbewerb um die beste Bildung fördern. Ein vergleichbares Gutscheinsystem fordert die FDP für Hochschulen, deren Grundbedarf allerdings finanziell abgesichert sein soll. 15 Prozent aller Studierenden sollen leistungsabhängige Stipendien erhalten. Die Unis sollen nachgelagerte Studiengebühren erheben dürfen. Das bisherige Bafög-Konzept will die FDP ändern. 500 Euro sollen künftig unabhängig vom Einkommen der Eltern als Zuschuss gewährt werden, hinzu kommt ein Darlehensangebot.

Grüne

Die Grünen wollen faire Bildungschancen für alle, unabhängig von der Herkunft. Im Wahlprogramm werben sie dafür, mindestens sieben Prozent der Wirtschaftsleistung in die Bildung und weitere 3,5 Prozent in die Forschung zu investieren. In den nächsten fünf Jahren wollen die Grünen zehn Milliarden Euro bereitstellen, um 10.000 Schulen fit für die Zukunft zu machen. Mit drei Milliarden Euro soll der Bund die frühkindliche Förderung unterstützen. Die Grünen formulieren folgende Ziele: Alle Kinder sollen Anspruch auf einen Ganztagesplatz in einer guten Kita bekommen. Von der ersten bis zur vierten Klassen soll ein Rechtsanspruch auf Ganztagesbetreuung kommen. Beginnend mit der Kita soll Bildung beitragsfrei sein. BAföG soll zum Leben reichen. Die Studienfinanzierung soll mittelfristig in einen Zuschuss für alle und einen Bedarfszuschuss für Studierende mit einkommensschwächeren Eltern umgebaut werden. Die Grünen setzen sich im Schulbereich für ein möglichst langes gemeinsames Lernen ein und machen sich zudem für die Inklusion stark. Für Kitas wollen sie gesetzliche Qualitätsstandards und mehr Erzieher und Erzieherinnen.

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