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Die beiden großen Kirchen in Deutschland haben sich zu Weihnachten für ein besseres Miteinander in der Gesellschaft eingesetzt. Der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, forderte bei seiner Predigt im Freiburger Münster mehr Mitmenschlichkeit auch mit Schwachen und Kranken.
[Bildunterschrift: Zollitsch sieht schon Kinder unter "ungeheurem" Druck. ]
Schon auf Kinder werde "ungeheurer" Druck ausgeübt, damit sie auf eine höhere Schule kämen, sagte Zollitsch weiter. Im Beruf gebe es Druck, Überdurchschnittliches zu leisten und viel zu verdienen. Zudem müsse man heutzutage selbst im höheren Alter noch jugendlich und sportlich aussehen. Immer mehr Menschen nähmen Psychopharmaka, "um diesem Druck standzuhalten". Menschen bräuchten stattdessen Ruhe, Stille und ein erfüllendes Familienleben. Zollitsch kritisierte auch die Entscheidungsträger: Diese dächten nur an sich und ihren Profit.
"Wir Menschen sind kein Rädchen im Getriebe, bei dem man die Stellschrauben weiter anziehen kann, damit alles noch besser und reibungsloser funktioniert", erklärte Zollitsch. Das Weihnachtsfest erinnere daran, dass Liebe bedingungslos sein könne und nicht deshalb gelte, weil eine entsprechende Leistung erbracht worden sei.
Christliche Botschaft von der "Dynamik der Liebe"
[Bildunterschrift: Erzbischof Marx sprach von einer "Botschaft gegen Angst und Misstrauen". ]
Als "Botschaft gegen Angst und Misstrauen" bezeichnete der Münchner Erzbischof Reinhard Marx die Weihnachtsbotschaft. Die Menschen könnten durch Misstrauen, Angst und Mutlosigkeit die christliche Heilsbotschaft von der "Dynamik der Liebe" nicht zerstören. Der Mainzer Bischof Karl Lehmann rückte in seiner Weihnachtspredigt die Bedeutung von Gott und dessen Sohn Jesus in den Mittelpunkt. Gott habe in Jesus alles zusammengefasst, was er an Zuwendung den Menschen geschenkt habe.
Auch der katholische Hamburger Erzbischof Werner Thissen forderte dazu auf, das Licht des Weihnachtsfestes anzunehmen. Zu den "Dunkelheiten" zählte Thissen die gescheiterte Klimakonferenz in Kopenhagen, den Krieg in Afghanistan und die Wirtschaftskrise.
"Setzt Hoffnungszeichen!"
[Bildunterschrift: EKD-Chefin Käßmann setzte sich für weniger Egoismus ein. ]
Der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland und stellvertretende Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Nikolaus Schneider, sagte in Düsseldorf: "Setzt Hoffnungszeichen gegen Gewalt und Unmenschlichkeit." Resignation und Zynismus angesichts der "Dämonen der Gewalt" in der Welt seien fehl am Platze: "Sucht Wege des Friedens", sagte Schneider.
Schon gestern hatte die EKD-Ratsvorsitzende Margot Käßmann gesagt, für sie sei "Mut zum Frieden" die weihnachtliche Botschaft: "Wir brauchen Menschen, die ein mutiges Friedenszeugnis in der Welt abgeben, gegen Gewalt und Krieg aufbegehren." Käßmann setzte sich auch für mehr soziale Gerechtigkeit, weniger Egoismus und entschlossenes Handeln für den Klimaschutz ein.
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