Porträt: Ronald Pofalla - Merkels Strippenzieher

Kanzleramtsminister Pofalla im Porträt

Merkels Strippenzieher

Er gehört seit langem zum innersten Kreis von Merkels Vertrauten: der neue Kanzleramtsminister und scheidende CDU-Generalsekretär Pofalla. Dank seiner politischen Erfahrung und der bedingungslosen Treue zur Kanzlerin legte er in den vergangenen Jahren eine bemerkenswerte Karriere hin.

Ronald Pofalla, CDU
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Ronald Pofalla hat eine bemerkenswerte Karriere innerhalb der CDU hingelegt.

Über Jahre war Ronald Pofalla nur den Kennern der Unions-Szene in Nordrhein-Westfalen ein Begriff. Das hat sich in den vergangenen fünf Jahren rasant geändert. Der neue Kanzleramtsminister und scheidende CDU-Generalsekretär hat einen bemerkenswerten Aufstieg hinter sich. Dieser begann im Dezember 2004. Damals holte die damalige Partei- und Fraktionsvorsitzende Angela Merkel Pofalla überraschend ins bundespolitische Rampenlicht, als sie ihn zum stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden und Nachfolger des zurückgetretenen Friedrich Merz machte.

Nach dem Ende der Koalitionsverhandlungen mit der SPD 2005 lobte Merkel Pofalla dann ausdrücklich für seine Verhandlungen in der Arbeitsgruppe Wirtschaft. Dort hatte er als Co-Vorsitzender Vizekanzler Franz Müntefering (SPD) gegenübergesessen. Als Merkels Wunschkandidat übernahm Pofalla dann auch das Amt des CDU-Generelsekretärs.

Enger Vertrauter Merkels

In seiner neuen Funktion nahm der Jurist der Kanzlerin und CDU-Vorsitzenden einen Großteil der Parteiarbeit ab und hielt ihr den Rücken frei. Wofür sich Merkel zuletzt beim kleinen Parteitag der CDU in Berlin mit deutlichen Worten bedankte: "Ohne dich hätte ich meine Arbeit so nicht machen können, und du hast die CDU zu einem großen Erfolg geführt", sagte Merkel.

Angela Merkel, Thomas de Maiziere und Ronald Pofalla (Bildquelle: dpa)
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Gemeinsam mit Thomas de Maizière (m.) gehört Ronald Pofalla (r.) zum engsten Vertrautenkreis der Kanzlerin.

Gemeinsam mit seinem Vorgänger Volker Kauder und Thomas de Maizière zählt Pofalla seit langem zum engeren Kreis der "Merkel-Vertrauten". Daneben dürfte seine politische Erfahrung den Ausschlag gegeben haben, Pofalla nun zum Kanzleramtsminister zu machen. So war er von 1991 bis 2007 Vorsitzender seines Heimat-Kreisverbandes Kleve und seit 2000 führt er den Bezirksverband Niederrhein. Wie sein Vorgänger Kauder weiß Pofalla, wie die Partei tickt. Im Knüpfen von Netzwerken oder dem Ziehen von politischen Strippen kennt er sich aus.

Pofalla gehört zwar schon seit 1990 als Abgeordneter dem Bundestag an. Eine besondere Rolle spielte er im Zuge der CDU-Spendenaffäre: Denn Pofalla ist Sozius der Anwaltskanzlei von Stephan Holthoff-Pförtner, die Alt-Kanzler Helmut Kohl während der Ermittlungen in der Affäre vertrat.

Kohl zählt zu Pofallas großen Vorbildern

Noch heute bezeichnet Pofalla den Alt-Kanzler als eines seiner "großen politischen Vorbilder". Dennoch verteidigte Pofalla den Reformkurs Merkels, die während der Spenanaffäre mit Kohl gebrochen hatte, immer nachdrücklich. Wie die CDU-Chefin versteht sich Pofalla, der nicht nur Jura, sondern auch Sozialpädagogik studiert hat, als Reformer.

Und so treu ergeben er seiner Kanzlerin und der Partei ist, so bärbeißig kann er werden, wenn es um die politischen Gegner geht. Auch der neue Koalitionspartner FDP hat mit Pofallas Unnachgiebigkeit schon hinlängliche Erfahrung gemacht. Nicht nur der scheidende FDP-Generalsekretär Dirk Niebel durfte sich auf einer DGB-Tagung schon anhören, dass seine Partei "die Enteignungspartei" sei. Auch was die Kräfteverhältnisse innerhalb der Koalition angeht, ließ Pofalla unlängst keine Zweifel aufkommen: "Wir sind der Hund, die FDP ist der Schwanz."

Stand: 27.10.2009 19:07 Uhr

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