Andrea Nahles im Porträt Mehr General als Sekretärin

Stand: 23.03.2017 16:33 Uhr

Hausfrau oder Bundeskanzlerin, das wollte Andrea Nahles zu Abizeiten werden. Die Rheinland-Pfälzerin hat sich für die Karriere in der Politik entschieden. Nun unternimmt die gewiefte Strippenzieherin den zweiten Versuch SPD-Generalsekretärin zu werden.

Von Ute Welty, SWR, ARD-Hauptstadtstudio

Andrea Nahles
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Die mächtigste Frau der SPD: Andrea Nahles.

Sie ist seit mehr als 20 Jahren SPD-Mitglied und seit mehr als zehn Jahren im Parteivorstand - und dabei ist Andrea Nahles selbst noch keine 40 Jahre alt. Geboren in Mendig lebt die überzeugte Rheinland-Pfälzerin in der Nähe von Mayen - wenn sie nicht gerade in Berlin die politischen Fäden zieht. In ihrer Abizeitung gibt Andrea Nahles gleich zwei Berufswünsche an: Hausfrau oder Bundeskanzlerin. "Also, ich bin eine relativ gute Köchin - und bügele total schlecht", beschreibt sich Nahles selbst.

Arbeits- und Sozialpolitik, darüber spricht Andrea Nahles gern und oft - da kennt sie sich aus. Im diesjährigen Bundestagswahlkampf beruft SPD-Kanzlerkandidat Steinmeier die frühere Juso-Vorsitzende in sein sogenanntes Kompetenzteam: Andrea Nahles ist zuständig für Bildung.

An der "Königsmörderin" kommt keiner vorbei

Neben den "Stones", also Noch-Außenminister Frank-Walter Steinmeier und Noch-Finanzminister Peer Steinbrück, ist Andrea Nahles seit 2007 stellvertretende Parteivorsitzende, die mächtigste Frau der SPD. Wenige Jahre zuvor gilt Nahles noch als die Königsmörderin.

Im Oktober 2005 kandidiert sie für das Amt des Generalsekretärs, ist kurzfristig erfolgreich und stürzt so den damaligen SPD-Parteichef Müntefering, der seinen Wunschkandidaten, Kajo Wasserhövel, nicht durchsetzen kann. Das sei kein Mord gewesen, sagt Andrea Nahles, sondern ein Unfall.

Nahles versucht den Imagewechsel

Nahles, Gabriel, Steinmeier (von links)
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Sieht so die Zukunft der SPD aus? Andrea Nahles zusammen mit Noch-Umweltminister Gabriel - der SPD-Vorsitzender werden soll - und Fraktionschef Steinmeier.

Jung, weiblich, links - dieses Image versucht Andrea Nahles nach und nach abzulegen. Die Locken zu Wellen gebändigt, statt Jeans und Pulli trägt sie Hosenanzug oder auch zur Eröffnung des Berliner Oktoberfestes ein parteikonform rotes Dirndl.

Aber nur weil ihr Auftreten geschmeidiger geworden ist, sollte man Andrea Nahles nicht unterschätzen: "Ich steh dazu, dass man Macht braucht, um was zu verändern. Und deswegen will ich - genauso wie meine männlichen Kollegen - auch einen Teil der Mitgestaltungsmöglichkeiten haben", sagt Nahles kämpferisch.

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