Ronald Pofalla | Bildquelle: dpa

Deutsche Bahn Pofalla steigt auf

Stand: 09.12.2016 14:41 Uhr

Der Ex-Kanzleramtschef und bisherige Bahn-Cheflobbyist Pofalla soll zum Infrastruktur-Vorstand des Unternehmens aufsteigen. Seit längerem wird er auch als Nachfolger von Bahn-Chef Grube gehandelt - seine Chancen steigen nun.

Der frühere Kanzleramtschef Ronald Pofalla soll Aufsichtsratskreisen zufolge bei der Deutschen Bahn zum Vorstand für Infrastruktur aufrücken. Damit verbessert er seine Chancen auf die Nachfolge von Konzernchef Rüdiger Grube. Wie die Nachrichtenagentur dpa berichtet, soll die Personalie bei der Aufsichtsratssitzung der Bahn am Mittwoch beschlossen werden.

Volker Kefer
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Volker Kefer war bisheriger Infrastruktur-Vorstand der Bahn.

Der 57-Jährige wird damit Nachfolger von Volker Kefer, der im Juni seinen Rückzug angekündigt hatte. Auch wegen der Kostensteigerungen beim Projekt "Stuttgart 21" verzichtete er auf eine Vertragsverlängerung. Kefer ist bisher auch stellvertretender Vorstandsvorsitzende. Diesen Posten wird es nach seinem Abgang allerdings nicht mehr geben.

Pofallas stetiger Aufstieg

Vor allem wegen seiner politischen Erfahrung werde der bisherige Cheflobbyist des Unternehmens als geeignet angesehen, sagten Konzernvertreter der Nachrichtenagentur Reuters. Mit dem zentralen Ressort Infrastruktur würde er jetzt erstmals operative Verantwortung für das Bahn-Geschäft erhalten. Das Ressort gilt mit über 50.000 Mitarbeitern auch als das wichtigste und einflussreichste im Konzern, da zumindest alle Entscheidungen für die Bahn in Deutschland dort mit abgestimmt werden müssen.

Pofalla ist seit Januar 2015 bei der Deutschen Bahn. Er war zunächst Generalbevollmächtigter für politische und internationale Beziehungen. Im August wurde er zum Vorstand für Wirtschaft, Recht und Regulierung ernannt und bekam später noch die Verantwortung für die Sicherheitskräfte übertragen.

Pofalla als Grubes Kronprinz?

Auch für den Posten von Konzernchef Grube wird Pofalla seit längerem gehandelt. Grubes Vertrag läuft Ende Dezember 2017 aus. Es wird erwartet, dass der Aufsichtsrat in den nächsten Monaten über eine Verlängerung des Vertrags entscheidet. In den vergangenen Wochen mehrten sich die Hinweise, dass eine Verlängerung für zwei Jahre so gut wie beschlossen ist.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 09. Dezember 2016 um 11:00 Uhr.

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