PISA-Studie

PISA-Studie Deutsche Schüler besser als der Durchschnitt

Stand: 06.12.2016 11:00 Uhr

10.000 deutsche Schüler wurden für die neue PISA-Studie getestet. Ihre Ergebnisse liegen über dem OECD-Durchschnitt - Spitze sind sie jedoch nicht. Während die Leistungen beim Lesen positiv stimmen, sieht es bei den Naturwissenschaften schlechter aus.

Alle drei Jahre wird in der PISA-Studie die Kompetenz der 15-jährigen Schüler in 72 Ländern getestet. In der aktuellen Erhebung ging es um die Bereiche Naturwissenschaften, Lesekompetenz und Mathematik. In Deutschland wurden rund 10.000 Schüler und Schülerinnen getestet. Das Ergebnis: In allen drei Bereichen liegt Deutschland über dem OECD-Durchschnitt.

Naturwissenschaften - das Sorgenkind?

Mit 509 Punkten liegt Deutschland in dieser Kategorie über dem OECD-Durchschnitt. Deutsche Schüler sind in etwa so gut wie ihre Altersgenossen aus den Niederlanden, Korea, der Schweiz oder Großbritannien. Im Vergleich zu 2006 - als Naturwissenschaften zuletzt in ähnlichem Umfang untersucht wurden - haben sich die Leistungen der Deutschen nicht signifikant verändert. Vergleicht man die aktuellen Ergebnisse mit denen von 2012, sieht das Bild schlechter aus: Seitdem ist die mittlere Punktzahl deutlich um 15 Punkte zurückgegangen.

In Deutschland erzielen die Jungen in Naturwissenschaften im Durchschnitt zehn Punkte mehr als die Mädchen, womit der geschlechtsspezifische Leistungsunterschied größer ist als im OECD-Durchschnitt.

Lesekompetenz: Der Trend deutet nach oben

Seit 2000, dem Jahr des "PISA-Schocks", haben sich die Ergebnisse der deutschen Schüler im Bereich Lesekompetenz stetig verbessert. Von 484 Punkten im Jahr 2000 auf 497 Punkte im Jahr 2009 (was in etwa dem OECD-Durchschnitt entspricht) auf nun 509 Punkte. Damit liegt Deutschland in diesem Bereich über dem OECD-Durchschnitt. Ähnlich wie Deutschland schneiden Australien, Japan, Korea, die Niederlande oder Norwegen ab.

Mädchen schneiden in Deutschland im Bereich Lesekompetenz um durchschnittlich 21 Punkte besser ab als Jungen (im OECD-Durchschnitt beträgt der Leistungsabstand 27 Punkte). Hier deutet sich jedoch eine Angleichung an: Seit 2009 haben sich die Leistungen beider Geschlechter angenähert.

Mathematik: Jungen dominieren

Noch immer gilt an deutschen Schulen: In Mathematik können vor allem Jungen glänzen. Durchschnittlich erzielen sie um 17 Punkte höhere Ergebnisse als Mädchen. Dieser Abstand ist größer als im OECD-Durchschnitt und seit 2003 stabil.

Allgemein gilt: Auch in diesem Bereich liegen deutsche Schüler über dem OECD-Mittelwert. Ihre Ergbnisse liegen auf einem ähnlichen Niveau wie die von Schülern in Belgien, Dänemark, Finnland, Irland, den Niederlanden oder Norwegen.

In Deutschland sind 13 Prozent der Schülerinnen und Schüler in Mathematik besonders leistungsstark. In Singapur gilt das für mehr als 30 Prozent.

Forscher: Deutschland hat aus Fehlern gelernt

Nach der ersten PISA-Studie vor 15 Jahren wurden in Deutschland eine Reihe von Schulreformen angestoßen. Hintergrund waren schlechte Ergebnisse und ein durch die Forscher nachgewiesener Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungschancen. PISA-Chefkoordinator Andreas Schleicher attestierte Deutschland zuletzt, aus dem Debakel vor 15 Jahren zwar gelernt zu haben. Er warnte aber vor einem Erlahmen des Reformeifers.

Ergebnisse der aktuellen PISA-Studie
tagesschau 17:00 Uhr, 06.12.2016, Anke Hahn, RBB

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Insgesamt verbesserten sich die deutschen PISA-Ergebnisse in den Tests 2003, 2006, 2009 und 2012 stetig, ohne dass es zu Spitzenplätzen in den Rankings reichte. Die Abkürzung PISA steht für "Programme for International Student Assessment".

Insgesamt schnitten Singapur, Japan, Estland, Finnland und Kanada besonders gut ab.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 06. Dezember 2016 um 12:00 Uhr.

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