Piratenpartei: Ponader kündigt Rückzug an

Führungskrise bei der Piratenpartei

Ponader kündigt Rückzug an

Der umstrittene Geschäftsführer der Piraten, Johannes Ponader, will sein Amt im Mai aufgeben. Das teilte eine Parteisprecherin nach einer Bundesvorstandssitzung mit.

Ponader erklärte demnach, er werde sein Amt auf dem Parteitag vom 10. bis 12. Mai in Neumarkt/Oberpfalz zur Verfügung stellen, obwohl dort nicht wie von ihm gefordert der komplette Vorstand neu gewählt werden soll.

Johannes Ponader auf dem Piratenparteitag in Bochum (Bildquelle: dpa)
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Will sich von der Parteispitze zurückziehen: Piraten-Geschäftsführer Ponader.

Er wolle seine Forderung nunmehr "persönlich umsetzen". Führende Parteimitglieder werfen dem politischen Geschäftsführer Alleingänge und den Bruch von Absprachen vor. Mit Parteichef Bernd Schlömer stritt sich Ponader offen über die richtige Wahlkampfstrategie. Ponader war in den vergangenen Monaten immer wieder zum Rücktritt aufgefordert worden. Dem 36-Jährigen wird erhebliche Mitschuld am Umfragetief der Partei gegeben, die nach derzeitigem Stand den Einzug in den Bundestag klar verpassen würde.

In seinem Blog netzkind.net schrieb Ponader: "Ein massiver Rückgang unserer Zustimmungswerte sowie das geringe Wahlergebnis in Niedersachsen müssen jedes verantwortungsvolles Mitglied unserer Partei nachdenklich machen." Die Hauptverantwortung für "diesen Vertrauensverlust" liege seiner Ansicht nach "beim Vorstand und unserer oft fragwürdigen Außenwirkung der letzten Monate".

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 07. März 2013 um 12:00 Uhr.

Stand: 06.03.2013 23:00 Uhr

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