Stefan Körner, Piratenpartei | Bildquelle: dpa

Parteitag wählt IT-Experten zum neuen Chef Körner soll Piraten aus der Krise führen

Stand: 28.06.2014 17:48 Uhr

Neuer Bundesvorsitzender der Piratenpartei ist der 45-jährige Stefan Körner aus Bayern. Der Softwareentwickler aus Neumarkt in der Oberpfalz wurde bei einem außerordentlichen Parteitag in Halle/Saale mit 62 Prozent gewählt. Für ihn votierten 641 von 1033 akkreditierten Mitgliedern.

In seiner Vorstellungsrede begründete Körner seine Kandidatur damit, dass "die Piratenpartei das Wichtigste ist, was politisch in den letzten 20 Jahren passiert ist". Die Partei müsse wieder dafür sorgen, "dass die Menschen wissen, wofür die Piraten stehen".

"Image vom zerstrittenen Haufen zurückwandeln"

Zugleich räumte er ein: "Die Piraten befinden sich im Augenblick in einem etwas desolaten Zustand". Ziel sei es, parteiintern weniger zu streiten, "um unser Image vom zerstrittenen Haufen wieder zurückzuwandeln".

Körner wird dem liberalen Flügel der Piraten zugerechnet. Als künftige Kernthemen nannte er Netzpolitik und Datenschutz. Er wolle in den ersten 100 Tagen ein Verfahren für Basisbeschlüsse auf den Weg bringen, an dem jedes Mitglied teilhaben könne.

Der Softwareentwickler folgt auf Thorsten Wirth, dem es in seiner rund achtmonatigen Amtszeit nicht gelungen war, den Absturz der Piraten zu bremsen. Rund zwei Jahre nach ihrem Hoch mit zweistelligen Umfragewerten hatte die Partei bei der Europawahl nur noch 1,4 Prozent erhalten.

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