Deutschlandflagge auf der Bundeswehruniform | Bildquelle: dpa

Kaserne in Pfullendorf Ermittlungen gegen Bundeswehr-Ausbilder

Stand: 20.02.2018 06:56 Uhr

Die Staufer-Kaserne in Pfullendorf steht erneut im Mittelpunkt von Ermittlungen. Das berichtet der "Spiegel". Demnach hatte ein Ausbilder seine Soldaten so lange marschieren lassen, bis einige von ihnen zusammenbrachen.

Die Bundeswehr ermittelt nach "Spiegel"-Informationen seit einigen Wochen erneut wegen Verfehlungen von Ausbildern in der Staufer-Kaserne im baden-württembergischen Pfullendorf.

Die Vorwürfe richten sich gegen Verantwortliche des Ausbildungszentrums Spezielle Operationen. Demnach hatte ein Ausbilder Teilnehmer eines Lehrgangs von Unteroffiziersanwärtern Mitte Januar so lange marschieren lassen, bis mehrere Soldaten zusammenbrachen. Einer der Soldaten verlor bei dem Marsch das Bewusstsein und musste ins Krankenhaus eingeliefert werden.

Vorwürfe erinnern an Marsch in Munster

Mitte Januar begann die Bundeswehr nach einer Beschwerde Disziplinarermittlungen. Mittlerweile haben sich die Vorwürfe offenbar teilweise bestätigt. Ein verantwortlicher Ausbildungsfeldwebel wurde versetzt, ein Truppendienstgericht muss noch über weitere Maßnahmen entscheiden, berichtet der "Spiegel".

Im Frühsommer 2017 hatte die Staufer-Kaserne für Schlagzeilen gesorgt, weil dort anstößige Praktiken bei der Sanitäter-Ausbildung und brutale Aufnahme-Rituale unter den Mannschaftssoldaten aufgedeckt worden waren.

Der aktuelle Vorfall erinnert teilweise an einen fatalen Marsch in einer Bundeswehr-Kaserne in Munster im Sommer 2017. Damals brachen ebenfalls mehrere Soldaten bei einem Übungslauf zusammen. Nachdem der verantwortliche Ausbilder den Marsch fortsetzte, erlitten zwei Soldaten einen Hitzeschlag. Der Offiziersanwärter Jonas K. verstarb kurz darauf an multiplem Organversagen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk24 am 20. Februar 2018 um 13:00 Uhr.

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