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Pferdefleisch-Skandal erreicht offenbar Deutschland
Ist Pferd drin, wo Rind drauf steht?
Nach Großbritannien droht nun auch in Deutschland ein Skandal um nicht deklariertes Pferdefleisch in Lebensmitteln. Laut dem nordrhein-westfälischen Verbraucherschutzministerium sind die deutschen Behörden über das europäische Schnellwarnsystem über den Verdacht informiert worden, dass falsch deklarierte Lebensmittel nach Deutschland gelangt sein könnten.
Dabei handele es sich offenbar um Tiefkühl-Lasagne, die an mindestens einen Händler in Nordrhein-Westfalen geliefert worden sei. Es sei nicht auszuschließen, dass weitere Händler oder Produkte betroffen seien. "Die Lieferungen betreffen nicht nur Discounter und Lebensmittelketten, sondern auch andere Lebensmittelunternehmen", teilte das Ministerium mit.
Umweltamt prüft Produkte
Die Behörden gehen bislang aber nicht von einer gesundheitlichen Gefährdung aus. Normalerweise sei Pferdefleisch nicht gesundheitsschädlich, sagte ein Ministeriumssprecher. Das Landesumweltamt wurde angewiesen, zusammen mit den kommunalen Ordnungsbehörden die Lieferwege nach Nordrhein-Westfalen nachzuverfolgen und noch vorhandene Proben für Laboruntersuchungen sicherzustellen.
Laut dem Bundesverbraucherministerium werde zudem geprüft, ob alle betroffenen Lasagne-Produkte vom Markt genommen worden seien.
Pferdefleisch-Skandal erreicht offenbar auch Deutschland
A. Meyer, ARD Berlin
13.02.2013 15:29 Uhr
Fertig-Lasagne mit Pferdefleisch aus Frankreich
Der aktuelle Pferdefleisch-Skandal hatte mit einem Produkt des französischen Unternehmens Comigel begonnen. In einer Tiefkühl-Lasagne des Unternehmens wurde in Großbritannien und Frankreich Pferdefleisch nachgewiesen. Darüber hinaus wurden aber auch in anderen europäischen Ländern, darunter auch in Deutschland, ähnliche Produkte vorsorglich aus den Regalen genommen.
In Großbritannien war vergangene Woche zum zweiten Mal innerhalb kurzer Zeit undeklariertes Pferdefleisch in Lebensmitteln gefunden worden. Die Lieferungen erfolgten demnach wohl zwischen November 2012 und Januar 2013 und betreffen nicht nur Discounter und Supermarktketten, sondern auch andere Lebensmittelunternehmen.
EU-Landwirtschaftsminister beraten über den Skandal
In Brüssel beraten seit dem Abend die Landwirtschaftsminister der betroffenen EU-Länder über den Pferdefleisch-Skandal. Auch ein Vertreter Deutschlands nimmt an dem Treffen teil. Nach Ansicht von EU-Verbraucherkommissar Tonio Borg geht der Pferdefleisch-Skandal allerdings nicht auf Lücken in der EU-Gesetzgebung zurück. "Bisher ist es eine Sache der Deklarierung", sagte Borg. Das bedeute aber nicht, dass es nicht ernst sei.
Jens Eberl (ARD) über den Pferdefleisch-Skandal
tagesschau 15:00 Uhr, 13.02.2013
Stand: 13.02.2013 15:02 Uhr
