Welche Produkte sind vom Pferdefleisch-Skandal betroffen?

Hintergrund

Pferdefleisch-Skandal in Deutschland

Welche Produkte und Händler sind betroffen?

Noch mehr Pferdefleisch in noch mehr Fertiggerichten von noch mehr Herstellern: Jetzt kam ein Produkt des Discounters Netto hinzu sowie weitere Waren von Aldi Süd und Edeka. Betroffen sind fast alle großen Ketten - und hier vor allem die günstigen Eigenmarken. tagesschau.de gibt einen Überblick.

Aldi Nord:

In den Fertiggerichten "Tiefkühl Penne Bolognese 750 g" und "Gulasch 540 g Dose, Sorte Rind" seien Anteile von Pferdefleisch nachgewiesen worden, teilte Aldi Nord mit. Die Produkte wurden vorsorglich aus dem Verkauf genommen.

Aldi Süd:

Der Discounter hat mehrere Produkte zurückgerufen: "Cucina Ravioli, Sorte Bolognese" (800g Dose) sowie "Omnimax Rindergulasch" (540g Dose). Das Gulasch wurde nur in Nordrhein-Westfalen verkauft. In beiden Fertiggerichten waren bei Überprüfungen Anteile von Pferdefleisch nachgewiesen worden. Auch in den Produkten "Pasta Spezialitäten, 750 g (Sorte Penne Bolognese)" des Lieferanten Copack und in "Lasagne 400g" des Lieferanten Icewind wurden Anteile von Pferdefleisch gefunden.

Edeka:

Deutschlands größte Supermarktkette nahm zunächst die "Gut & Günstig Lasagne Bolognese" aus dem Sortiment. In einzelnen Stichproben waren geringe Mengen Pferdefleisch gefunden worden.

Mittlerweile entdeckte Edeka weitere Produkte mit falsch deklariertem Pferdefleisch. Der Handelsriese nahm die "Tiefkühl-Penne-Bolognese (750 Gramm)" der Eigenmarke "Gut&Günstig" aus dem Verkauf. Bei dem vom Hersteller Jütro Tiefkühlkost hergestellten Artikel seien bei Laboranalysen in einigen Proben Anteile von Pferdefleisch nachgewiesen worden.

Eismann:

Der Tiefkühl-Heimservice nahm vorsorglich Lasagne aus dem Programm. Ergebnisse von Laboruntersuchungen liegen aber noch nicht vor.

IKEA:

Das schwedische Möbelhaus hat seine Fleischbällchen "Köttbullar" vorsorglich aus dem Sortiment genommen. Spuren von Pferdefleisch waren nur in tschechischen Filialen gefunden worden.

Kaiser's:

Hier ist die "A&P Lasagne" betroffen. Sie wird von der französischen Firma Comigel hergestellt, die in Untersuchungen Pferdefleisch in ihren Produkten gefunden hat. Kaiser's-Supermärkte gibt es im Großraum Berlin und im Rheinland.

Kaufland:

Die Warenhauskette Kaufland fand in dem Tiefkühlgericht "K-Classic Penne Bolognese" geringe Anteile von Pferdefleisch.

Konsum Leipzig:

Das Unternehmen mit Supermärkten in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen bezieht seine Ware unter anderem von Edeka und nahm ebenfalls die "Gut & Günstig Lasagne Bolognese" aus den Tiefkühltruhen.

Lidl:

Der Discounter aus Neckarsulm fand inzwischen noch mehr Fertiggerichte mit Pferdefleisch in seinem Sortiment und nahm sie aus den Regalen. Betroffen sind demnach "Rinder-Gulasch" des Herstellers Dreistern sowie "Ravioli in pikanter Sauce" von William Saurin und "Penne Bolognese" der beiden Hersteller Copack und Schröder KG. Bereits in der vergangenen Woche hatte der Discounter "Tortelloni Rindfleisch" von der Gusto GmbH vom Markt genommen. Gusto gehört zum Markenhersteller Hilcona

Metro:

Die Handelskette, in der nur Großverbraucher einkaufen können, nahm vorsorglich die "Lasagne Bolognese Capri 400g" aus dem Sortiment.

Netto:

Die Discount-Tochter von Edeka nahm die "Tiefkühl-Penne-Bolognese (750 Gramm)" der Marke "Dinner Gold" aus dem Verkauf. Bei dem vom Hersteller Jütro Tiefkühlkost hergestellten Artikel seien bei Laboranalysen in einigen Proben Anteile von Pferdefleisch nachgewiesen worden.

Real:

Das Unternehmen war das erste in Deutschland, das ein Produkt wegen des Verdachts auf nicht deklariertes Pferdefleisch zurückgerufen hat. In Stichproben der "TiP Lasagne Bolognese, 400g, tiefgekühlt" wurden Spuren von Pferdefleisch gefunden.

Rewe:

Die Kette, die Märkte in ganz Deutschland hat, nahm vorsorglich vier Produkte aus dem Verkauf: "Mou Lasagne Bolognese" und "Mou Cannelloni Bolognese" der Marke Tulip sowie die Eigenmarken "Rewe Chili con Carne 350g" und "Rewe Spaghetti Bolognese 400g". Zunächst hatte das Unternehmen noch mitgeteilt, Eigenmarken seien nicht betroffen, korrigierte dies aber inzwischen.

Tengelmann:

Die Kette mit Supermärkten in und um München gehört zum selben Unternehmen wie Kaiser's. Auch hier wurde die "A&P Lasagne" zurückgerufen.

Pferdefleisch-Verdacht: Was tun mit zurückgerufenen Produkten?

Pferdefleisch an sich ist ungefährlich - wegen des geringeren Fettgehalts ist es sogar gesünder als andere Fleischarten. Allerdings gibt es Bedenken, weil das Fleisch belastet sein könnte.

Auf alle Fälle handelt es sich aber um Betrug, wenn ein Fertiggericht Pferdefleisch enthält, dies auf der Verpackung aber nicht angegeben ist. Alle Handelsketten bieten ihren Kunden an, die genannten Produkte zurückzubringen. Der Kaufpreis wird dann erstattet.

Die zurückgerufenen Produkte werden vernichtet. Allein die französische Firma, die im Mittelpunkt des Skandals steht, soll rund 4,5 Millionen Fertiggerichte mit falsch deklariertem Fleisch hergestellt haben, die an mindestens 28 Unternehmen in 13 europäischen Ländern verkauft wurden.

Nestlé-Produkte:

Der Schweizer Lebensmittelhersteller hat die in Italien und Spanien vertriebenen Teigwarengerichte "Buitoni Beef Ravioli" und "Buitoni Beef Tortellini" aus dem Sortiment genommen. Außerdem zog Nestlé die "Lasagnes à la Bolognaise Gourmandes" zurück. Dieses Tiefkühlprodukt wurde in Frankreich verkauft.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 17. Februar 2013 um 20:00 Uhr.

Stand: 22.02.2013 17:56 Uhr

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