Frauke Petry  | Bildquelle: dpa

AfD vor Bundestagswahl Petry verzichtet auf Alleingang

Stand: 09.02.2017 16:32 Uhr

Sie hatte sich wohl gewünscht, als alleinige Spitzenkandidatin in den Bundestagswahlkampf zu ziehen. Doch nun hat AfD-Chefin Frauke Petry nach einem Votum der Parteimitglieder eingelenkt und verzichtet auf einen Alleingang.

Die AfD-Chefin Frauke Petry beugt sich dem Votum der Parteimitglieder und ist bereit, ein Spitzenteam für die Bundestagswahl aufzustellen. "Die Mitglieder der AfD haben auf demokratische Weise entschieden, dass die Partei mit einem Spitzenteam in die Bundestagswahl zieht", sagte Petry der "Bild". Die AfD-Mitglieder hatten darüber abgestimmt, ob die Partei mit einem Kandidaten oder mit einem Spitzenteam in den Wahlkampf gehen soll. Nach Angaben aus Parteikreisen sprachen sich 46 Prozent für die Einerspitze aus. 54 Prozent favorisierten die Idee eines Teams.

Kein zerstrittenes Team an der Spitze

Die AfD werde im Wahlkampf beweisen, dass sie insgesamt "ein starkes Team" sei. Zugleich warnte Petry aber mit Blick auf die ungelösten Konflikte im AfD-Bundesvorstand vor einem zerstrittenen Team an der Spitze. "Ein Bild à la SPD-Troika gilt es dabei für die AfD zu vermeiden." Die SPD war 1994 nach heftigen parteiinternen Querelen mit einer Troika aus Rudolf Scharping, Oskar Lafontaine und Gerhard Schröder in den Bundestagswahlkampf gezogen.

Erklärte Gegner von Petry

Im November hatte sich bereits der AfD-Bundesvorstand für ein Spitzenteam und damit gegen einen einzigen Kandidaten ausgesprochen. In der Parteispitze gelten unter anderem der Ko-Bundesvorsitzende Jörg Meuthen, Parteivize Alexander Gauland und der Landeschef von Sachsen-Anhalt, André Poggenburg, als erklärte Gegner der Parteivorsitzenden. Die endgültige Entscheidung über die Aufstellung der AfD im Wahlkampf soll auf einem Bundesparteitag Ende April in Köln fallen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 09. Februar 2017 um 16:00 Uhr

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