AfD-Chefin Frauke Petry | Bildquelle: AP

Schlappe für Parteichefin AfD-Basis will Petry nicht als Einzelkandidatin

Stand: 08.02.2017 18:31 Uhr

AfD-Frontfrau Petry wäre gern auch Spitzenkandidatin ihrer Partei bei der Bundestagswahl. Da allerdings machte ihr die Parteibasis wohl einen Strich durch die Rechnung: Medienberichten zufolge will die nämlich lieber ein Team als eine einzige Kandidatin.

AfD-Chefin Frauke Petry soll offenbar nicht als Spitzenkandidatin ihrer Partei bei der Bundestagswahl antreten. Eine Mehrheit der Parteibasis votierte in einer Online-Befragung für ein Team und gegen eine Einzelkandidatur Petrys - das erfuhren unter anderem die "Welt" und ""Spiegel Online" aus AfD-Kreisen. Von rund 9000 Befragten stimmten demnach nur 46 Prozent dafür, mit nur einem einzigen Spitzenkandidaten in den Bundestagswahlkampf im September zu ziehen, 54 Prozent wollten ein Team. Offiziell wurde die Umfrage allerdings nicht bestätigt.

Für Petry bedeutet das im Machtkampf innerhalb der AfD eine Niederlage. Zwar stand die Parteichefin bei der Befragung gar nicht als Einzelkandidatin zur Diskussion, allerdings hatte Petry in der Vergangenheit keinen Hehl daraus gemacht, dass sie genau dies präferiert. Im Interview mit dem "Focus" sagte sie, Mehrfachspitzen seien "wenig förderlich" für den Wahlkampf. Sie sei sicher, "dass die Partei das im Hinterkopf hat".

Frauke Petry, Alexander Gauland, Jörg Meuthen
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Gegner Gauland, Meuthen: Wollen keine Spitzenkandidatin Petry

Petry fehlen die Verbündeten

Unklar ist, ob die jetzige Online-Abstimmung tatsächlich bedeutet, dass Petry nicht allein antritt. Aus AfD-Kreisen hieß es, das Votum stelle keine Entscheidung dar, habe aber einen empfehlenden Charakter für den im April geplanten Parteitag in Köln. Bis dahin werde der Bundesvorstand entscheiden, wie mit dem Willen der Basis umgegangen werden soll. Die Parteispitze hatte sich allerdings im November für ein Team und gegen eine Einzelkandidatur Petrys ausgesprochen. Innerhalb des Bundesvorstands gilt Petry als isoliert. Zu ihren Gegnern zählen unter anderem der Co-Vorsitzende Jörg Meuthen und die Landeschefs in Brandenburg und Sachsen-Anhalt, Alexander Gauland und Andre Poggenburg. Auch der wegen völkisch-nationalen Äußerungen kritisierte Thüringer AfD-Chef Björn Höcke ist in Opposition zu Petry.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 08. Februar 2017 um 18:23 Uhr

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