AfD-Chefin Frauke Petry auf dem Weg in eine Pressekonferenz | Bildquelle: AP

Bericht der "FAZ" AfD-Sprecher spricht nicht mehr für Petry

Stand: 26.03.2016 10:55 Uhr

In der AfD-Spitze gibt es offenbar neuen Streit: Nach Informationen der "FAZ" will Parteichefin Petry nicht mehr mit Pressesprecher Lüth zusammenarbeiten - der Rest des Bundesvorstandes aber schon. Unterdessen sorgt ein Interview mit Petry für Aufmerksamkeit.

Die Parteispitze der Alternative für Deutschland (AfD) spricht nicht mehr mit einer Stimme. Die AfD-Vorsitzende Frauke Petry habe ihre Zusammenarbeit mit dem Pressesprecher Christian Lüth aufgekündigt, berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung". Dieser arbeite ihr nicht ordentlich zu, habe Petry laut Teilnehmern einer gemeinsamen Bundesvorstandssitzung gesagt.

"Spreche nun für die anderen Vorstandsmitglieder"

Die übrigen Mitglieder des Bundesvorstands seien dieser Entscheidung allerdings nicht gefolgt. Von Lüth organisierte Hintergrundgespräche mit Journalisten sollten künftig ohne Absprache mit Petry stattfinden. So berichten es laut "FAZ" mehrere Teilnehmer der Sitzung. Lüth selbst sagte der Zeitung: "Ich spreche nun als Bundespressesprecher für die zwölf anderen Bundesvorstandsmitglieder." Petry habe sich entschieden, die Pressearbeit für ihre Person selbst in die Hand zu nehmen.

Kein Gespräch mit dem ZDF-Morgenmagazin - aber mit der Deutschen Welle

In den vergangenen Wochen hatte der Umgang Petrys mit den Medien für Aufsehen gesorgt. Zunächst erschien sie zweimal nicht zu einem vereinbarten Interview mit ZDF-Moderatorin Dunja Hayali im ZDF-Morgenmagazin, dann erschien eine Homestory von ihr und ihrem Lebensgefährten in der "Bunten".

Und aktuell sorgt in den sozialen Medien ein Interview der Deutschen Welle mit Petry für Aufmerksamkeit. Für das Format "Conflict Zone" interviewte der britische Journalist Tim Sebastian die AfD-Chefin fast eine halbe Stunde lang - und hakte immer wieder nach. So antwortete Petry etwa auf die Frage nach ihrer Aussage zum Schusswaffengebrauch gegen Flüchtlinge, der Gebrauch von Waffen sei nicht gleichzusetzen mit dem Gebrauch von Waffen gegen Menschen. "Aber Sie haben nicht gesagt: 'Schießt in die Luft", oder?", fragte Sebastian nach.

Später im Gespräch sagt Petry, wenn Sebastian wirklich an den Inhalten der AfD interessiert wäre, möge er bitte andere Fragen stellen. "Oh, aber ich werde die Fragen stellen, die ich stellen will, weil es das ist, was eine freie Presse tut", antwortet dieser. "Es sei denn, Sie möchten mir ein Skript geben."

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