ARD-Magazin "Plusminus" testete Lesegeräte Sicherheitsmängel beim neuen Personalausweis?

Stand: 24.08.2010 11:15 Uhr

Das ARD-Magazin "Plusminus" hat im Sicherheitssystem des neuen Personalausweises, der am 1. November 2010 eingeführt wird, gravierende Mängel festgestellt. In Zusammenarbeit mit dem Chaos Computerclub prüfte die Redaktion Testversionen der Basis-Lesegeräte. Für Betrüger ist es demnach problemlos möglich, geheime Daten abzufangen - inklusive der geheimen PIN-Nummer. Die Lesegeräte sind nötig, wenn man den neuen Personalausweis am heimischen Computer nutzen wolle und sich somit für die Abwicklung von Internet-Geschäften zu identifizieren.

Muster des elektronischen Personalausweises
galerie

Der elektronische Personalausweis in Scheckkartengröße soll von November an ausgegeben werden.

Laut Bundesregierung ist das Verfahren für den Verbraucher aber sicher. Für den Betrieb reiche ein "einfaches Basislesegerät ohne eigene Tastatur und eigenes Display aus", heißt es dazu in den Broschüren des Bundesinnenministeriums. Nach Recherchen von "Plusminus" erleichtert aber gerade diese Technologie den Klau der Daten.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière sieht im "Plusminus"-Interview keinen unmittelbaren Handlungsbedarf. Eine Million dieser Geräte sollen kostenlos als sogenannte "Starter Kits" an die Bürger verteilt werden. Die Mittel in Höhe von 24 Millionen Euro kommen dem Konjunkturpaket II. Die Lesegeräte werden unter anderem über Computer-Zeitschriften und ausgewählte Banken kostenlos verteilt.

"Deutlicher Sicherheitsgewinn"

Auch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) wies die Kritik an der Sicherheit der neuen Personalausweise zurück. Die Verbindung von integriertem Chip und zusätzlicher PIN-Abfrage sei bei Online-Transaktionen "ein deutlicher Sicherheitsgewinn gegenüber dem heute üblichen Verfahren von Username und Passwort", sagte der Personalausweisexperte der Behörde, Jens Bender, der Deutschen Presse-Agentur.

Darstellung: