Demonstrationen mit deutschen Flaggen in Dresden. | Bildquelle: dpa

Proteste der fremdenfeindlichen Bewegung "Pegida"-Aktionstag floppt

Stand: 06.02.2016 18:07 Uhr

Nicht nur in Dresden, sondern in mehreren europäischen Städten haben Anhänger der islam- und fremdenfeindlichen "Pegida"-Bewegung zum Protest aufgerufen. Doch es kamen deutlich weniger Teilnehmer als erwartet. In drei Städten gab es Zusammenstöße mit der Polizei.

In Dresden sind erneut Gegner und Anhänger der islam- und fremdenfeinlichen "Pegida"-Bewegung auf die Straße gegangen. "Wir lassen nicht zu, dass von Dresden Signale der Hetze ausgehen, wir stehen hier, weil wir wollen, dass Dresden Herz zeigt", sagte Sachsens stellvertretender Ministerpräsident Martin Dulig vor rund 2000 Menschen auf dem Theaterplatz. "Wir sind die Mehrheit und das müssen wir immer wieder sagen und zeigen." Politiker stünden in der Verantwortung, Ängste zu nehmen und Vertrauen aufzubauen. Die Kundgebung war eine Gegenveranstaltung zum europaweiten Aktionstag des "Pegida"-Bündnisses.

Forderung nach einer "Festung Europa"

Die Teilnehmer der "Pegida"-Kungebung am Königsufer forderten eine "Festung Europa" gegen Flüchtlinge. Während der Veranstaltung waren immer wieder "Merkel muss weg"-Rufe zu hören. Nach einer Schätzung der Initiative "Durchgezählt" beteiligten sich zwischen 6000 und 8000 Menschen an der Demonstration - weniger als vom Veranstalter und der Polizei erwartet. Die Polizei sicherte die Kundgebung mit einem Großaufgebot, um Zusammenstöße mit Gegendemonstranten zu verhindern.

Führende "Pegida"-Initiatoren fehlten bei der Veranstaltung: Mitbegründer Lutz Bachmann hatte sich kurzfristig krank gemeldet. Tatjana Festerling sollte auf einer Kundgebung in Warschau sprechen. Eine geplante Liveschalte von Dresden in die polnische Hauptstadt scheiterte Augenzeugen zufolge mehrfach aus technischen Gründen.

Europaweite "Pegida"-Demos und Gegenveranstaltungen
tagesschau 20:00 Uhr, 06.02.2016, Patricia Klieme, MDR

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Gewalt in tschechischer Hauptstadt

In Prag kam es zu Ausschreitungen zwischen rechten Demonstranten und linken Gegendemonstranten. Es flogen Flaschen und Feuerwerkskörper. Die Polizei setzte mehrere Hundertschaften ein, um die beiden Gruppen zu trennen. Rund 1500 Islamgegner versammelten sich mit Spruchbändern wie "Nein zur Einwanderung - Stopp der Merkelisierung" vor der Prager Burg, dem Präsidentensitz. Etwa 400 Menschen nahmen an zwei Gegendemonstrationen gegen Hetzreden und für Solidarität mit Flüchtlingen teil.

Teilnehmer der "Pegida"-Kundgebung in Warschau | Bildquelle: AFP
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In Warschau fand eine kleinere "Pegida"-Kundgebung statt - auch diese beiden Männer waren dabei.

Ausschreitungen bei der "Pegida"-Demonstration in Calais | Bildquelle: AFP
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Die nicht genehmigte Kundgebung im französischen Calais wurde von der Polizei aufgelöst.

Kundgebung in Calais aufgelöst

Eine nicht genehmigte "Pegida"-Demonstration im nordfranzösischen Calais wurde von der Polizei aufgelöst. Die Beamten setzten nach Informationen der Nachrichtenagentur AFP auch Tränengas ein. Mehrere Menschen wurden festgenommen.

Etwa 150 Teilnehmer hatten sich trotz des Demonstrationsverbots vor dem Bahnhof von Calais im Zentrum der Hafenstadt versammelt. Dort riefen sie Slogans wie "Wir sind hier zu Hause!" oder "Journalisten - Kollaborateure". Demonstranten sangen die französische Nationalhymne und schwenkten französische Flaggen.

Auseinandersetzungen in Amsterdam

Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und der Polizei gab es auch in Amsterdam. Dort hatten sich etwa 200 "Pegida"-Sympathisanten und deutlich mehr Gegendemonstranten versammelt. Berittene Polizisten nahmen mehrere Menschen in Gewahrsam, als sie die Kundgebungen voneinander trennten.

Am Aktionstag des "Pegida"-Bündnisses fanden zudem kleinere Demonstrationen in Großbritannien, Polen, Irland, Dänemark, Finnland und Estland statt.

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