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Attacke gegen Steinbrück-Unterstützer

Hacker legen "PeerBlog" lahm

Eigentlich sollte er Wahlkampfhilfe leisten, bisher hat der anonym finanzierte "PeerBlog" Steinbrück aber nur Ärger gemacht. Erst hagelte es Kritik von CDU und Grünen, dann kündigte die Bundestagsverwaltung eine Prüfung an - und jetzt haben Hacker den Blog auch noch lahm gelegt.

Von Christian Papesch für tagesschau.de

SPD-Kanzlerkandidat Steinbrück
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Anonyme Geldgeber wollen Peer Steinbrück im Wahlkampf unterstützen. Jetzt wurde der "PeerBlog" von Hackern lahm gelegt.

Das umstrittene "PeerBlog" - das unternehmerfinanzierte Blog des SPD-Spitzenkandidaten Peer Steinbrück - ist von Hackern lahm gelegt worden. Wer derzeit versucht den "PeerBlog" aufzurufen, erhält eine Fehlermeldung. Über seinen Twitter-Account bestätigte PeerBlog die Cyberattacke, die auch zwei weitere Webseiten zwischenzeitlich unerreichbar machte: "Ein Hacker hat heute Abend den #PeerBlog, die Website der SPD Fraktion und kurzzeitig auch die Website der Piratenpartei lahmgelegt."

Der Twitter-Account der Hacker wurde mittlerweile gesperrt

Aus SPD-Kreisen wurde der Angriff bestätigt, mittlerweile ist die SPD-Seite aber ebenso wie die Homepage der Piraten wieder erreichbar. Das PeerBlog bleibt hingegen offline - und wenn es nach den Hackern geht, wird das auf unabsehbare Zeit auch so bleiben: "Egal wie oft #peerblog gegen uns anzukommen versucht, sie werden verlieren... #nobodycanstopus!", ließen die Hacker über ihren mittlerweile gesperrten Twitter-Account verlauten.

Um das Blog lahmzulegen, setzen die Hacker offenbar eine sogenannte "DDoS-Attacke" ein; das bedeutet, dass von verschiedenen Rechnern aus kontinuierlich Datenpakete an PeerBlog gesendet werden, die den Server überlasten. DDoS steht für "Distributed Denial of Service".

Blog des SPD-Spitzenkandidaten lahmgelegt
C. Käppeler, ARD Berlin
07.02.2013 18:23 Uhr

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Der "PeerBlog" ist ein privat finanzierter Internet-Blog, der Steinbrück bis zur Bundestagswahl im September unterstützen soll. Die Kosten für "PeerBlog" belaufen sich nach Angaben des Nachrichtenmagazins "Spiegel" auf eine sechsstellige Summe und werden von fünf Unternehmern getragen, die vorerst anonym bleiben wollen. "Dieser Blog wird finanziert von herausragenden Unternehmerpersönlichkeiten in Deutschland, die Peer Steinbrück, seine politische Kompetenz und seine Persönlichkeit schätzen", heißt es auf der Webseite offiziell.

"PeerBlog" soll unabhängig vom SPD-Wahlkampf-Team arbeiten

Twitter-Feeds zum Hackerangriff auf den PeerBlog.
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Twitter-Feeds zum Hackerangriff auf den PeerBlog.

Peer Steinbrück selbst erklärte, dem Blog lediglich seinen Namen gegeben zu haben: "Ich kenne die Investoren nicht." Es handele sich um eine "von der Partei entfernte Initiative". Er sei aber froh über jeden, der ihn unterstütze, betonte Steinbrück.

Eine fünfköpfige Redaktion unter Führung des früheren Focus-Redakteurs Karl-Heinz Steinkühler liefert die Texte, die auf PeerBlog.de veröffentlicht werden. Der Blog solle die öffentliche Wahrnehmung des Kandidaten positiv verändern, aber unabhängig vom SPD-Wahlkampfteam operieren, so Steinkühler. Er ist Inhaber einer Düsseldorfer Werbeagentur, zu deren Kunden neben großen Unterehmen auch das Landesfamilienministerium von Nordrhein-Westfalen gehören.

Bundestagsverwaltung kündigt Überprüfung des Blogs an

Mittlerweile forderten Vertreter anderer Parteien Steinbrück dazu aufgefordert, die Namen der Unternehmer offenzulegen, die den Blog finanzieren. Der netzpolitische Sprecher der Grünen-Bundestagfraktion, Konstantin von Notz, sagte "Handelsblatt-Online": "Den Mangel an Transparenz bei der Finanzierung des Projekts 'PeerBlog' sehe ich kritisch. Das geht so nicht." Der Parlamentarische Geschäftsführer der Grünen-Fraktion, Volker Beck, regte im gleichen Medium an, die Regeln zur Parteifinanzierung so zu verschärfen, dass Aktionen wie "PeerBlog" künftig unmöglich würden.

Auch die CDU kritisiert den Internet-Blog: "Der 'PeerBlog' scheint mir doch ein sehr spezielles Konstrukt zu sein, das die Frage aufwirft, ob hier nicht ganz bewusst dem Parteienrecht etwas vorgelagert werden soll", sagte Unions-Parlamentsgeschäftsführer Michael Grosse-Brömer der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung".

Das Internetportal lege ganz klar Wert auf die Abgrenzung zur SPD und falle so nicht unter die sonst für Parteien geltenden Transparenzregeln, so Grosse-Brömer weiter. "Es ist doch erstaunlich, dass Steinbrück, der vor nicht allzu langer Zeit versprochen hat, alles offenzulegen, sich ausgerechnet bei diesem Teil seiner Wahlkampf-Finanzierung verweigert." Die Bundestagsverwaltung hatte mitgeteilt, dass es wegen des PeerBlogs eine Sachverhaltsprüfung vornehmen wolle.

"Nein, das ist kein PR-Gag."

Auf Twitter wird mittlerweile auch der Verdacht geäußert, dass die Internet-Attacke eine fingierte PR-Aktion sei und das "PeerBlog" den Hacker dafür Geld bezahle. Diesen Vorwurf wies die Gruppe von sich: "Nein hat er nicht, er kann uns aber Geld geben, damit wir aufhören^^", twitterte sie am Nachmittag. Auch PeerBlog dementiert den PR-Vorwurf: "Wir versuchen das Beste aus der Situation zu machen und das nicht allzu verkniffen zu sehen. Nein, das ist kein PR-Gag."

Einen Platz in den Schlagzeilen und Twitter-Feeds hat die Aktion dem "PeerBlog" dennoch eingebracht. Auch, wenn sich das vorerst nicht in Klickzahlen auszahlen wird.

Stand: 07.02.2013 17:11 Uhr

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