Flugzeug von Korean Air, das zur Landung gezwungen wurde | Bildquelle: dpa

Kein Funkkontakt Luftwaffe zwingt Maschine zur Landung

Stand: 16.07.2017 11:20 Uhr

Und wieder Probleme mit einer Passagiermaschine über Deutschland: Zu einem koreanischen Flieger gab es keinen Kontakt mehr - deshalb erzwangen Bundeswehrjets eine Landung. Grund für die Aufregung: ein defektes Funkgerät. Es war der zweite Vorfall dieser Art binnen zwei Tagen.

Wegen unterbrochenen Funkkontakts haben zwei Bundeswehrjets eine koreanische Passagiermaschine am Stuttgarter Flughafen zum Landen gezwungen.

Die Boeing 777 der Korean Air war mit 211 Passagieren am Abend auf dem Weg von Seoul nach Zürich, als der Funkkontakt abbrach, wie eine Sprecherin des Stuttgarter Flughafens sagte. Daraufhin waren die Abfangjäger aufgestiegen - was im Großraum Stuttgart zu zwei Überschallknallen führte.

Korean-Air-Passagiere werden im Flughafen Stuttgart zu vorbereiteten Feldbetten geführt. | Bildquelle: dpa
galerie

Die 211 Passagiere mussten die Nacht im Stuttgarter Flughafen auf Feldbetten verbringen.

Nacht am Flughafen für die Passagiere

Nachdem das Flugzeug gelandet war, wurde laut Polizei festgestellt, dass das Funkgerät defekt war. Die Passagiere mussten demnach die Nacht auf Feldbetten im Flughafen verbringen. Am frühen Morgen hätten sie ihre Reise in Bussen fortsetzen können - in der Nacht seien keine Busse mehr zu organisieren gewesen. Zudem habe es keine ausreichenden Hotelkapazitäten gegeben, erklärte die Polizei weiter.

Auch mit einem anderen Flieger wären die Fluggäste am Abend nicht mehr weitergekommen: Der letzte Start ist dort nur bis 23.00 Uhr erlaubt.

Verspätet war die Maschine nach Angaben des Airports ohnehin schon. Eigentlich hätte sie um 19.25 Uhr in Zürich landen sollen. Das Flugzeug selbst stand am Sonntag noch zur Reparatur in Stuttgart.

Die Polizei Reutlingen teilte mit, die beiden Düsenjäger seien mit Überschallgeschwindigkeit angeflogen und hätten so Knallgeräusche erzeugt. Dadurch hätten Polizei und Rettungsdienste vermehrt Notrufe registriert: bei der Polizei etwa 250 in 30 Minuten.

Zweiter Einsatz von Bundeswehrjets in zwei Tagen

Erst am Vorabend hatte eine ägyptische Passagiermaschine Überschallflüge zweier Bundeswehrjets in der Grenzregion von Hessen und Bayern ausgelöst. Auch in dem Fall hatten die deutschen Behörden keinen Funkkontakt zu dem Flugzeug herstellen können und routinemäßig die Luftwaffe alarmiert.

Nötig wurde das Eingreifen der Abfangjäger in dem Fall nicht - die Besatzung des Fliegers zum Flughafen Münster/Osnabrück meldete sich via Funk, noch bevor die Jets aufgeschlossen hatten. Sie hatten zuvor vermutlich eine falsche Frequenz eingestellt.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 16. Juli 2017 um 11:00 Uhr.

Darstellung: