Eine Paracelsus-Klinik von außen. | Bildquelle: dpa

Insolvenzantrag Paracelsus-Kliniken zahlungsunfähig

Stand: 21.12.2017 19:20 Uhr

Die Paracelsus-Kliniken sind zahlungsunfähig. Der Betreiber stellte einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung. Die Schulden liegen nach Unternehmensangaben im zweistelligen Millionenbereich. Doch es gibt Hoffnung, dass der Neustart gelingt.

Der Privatklinik-Konzern Paracelsus steckt in den roten Zahlen. Beim Amtsgericht Osnabrück sei ein Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung gestellt worden, teilte die Paracelsus-Kliniken Deutschland GmbH mit. Die Schulden liegen nach Unternehmensangaben im zweistelligen Millionenbereich.

Nach Informationen der Gewerkschaft ver.di haben sieben Kliniken Verluste erwirtschaftet. Ver.di kritisierte Managementfehler als Ursache der Insolvenz: In zahlreichen Häusern gebe es zu viele Fachabteilungen. Zudem seien Umstrukturierungen und Investitionen seit Jahren verpasst worden, sagte Gewerkschafts-Experte Sven Bergelin.

Betroffen von der Insolvenz sind 40 Einrichtungen an 23 Standorten mit insgesamt 5200 Beschäftigten.

Sanierungsplan in Arbeit

Medizinstudenten führen während einer Übung eine Notfallversorgung an einem Dummy durch. | Bildquelle: picture alliance / Britta Peders
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Ver.di erwartet keinen Personalabbau in größerem Umfang.

Der Klinikbetrieb laufe zunächst an allen Standorten und in allen Abteilungen unvermindert weiter. Auch die Löhne und Gehälter seien über das Insolvenzgeld gesichert.

In den nächsten Monaten solle an dem Sanierungsplan gearbeitet werden. "Wir werden den eingeschlagenen Weg in vollem Umfang und mit vollem Engagement unterstützen", sagte Gesamtbetriebsratsvorsitzende Sylvia Tausche einer Mitteilung zufolge.

Unternehmen, die gute Aussichten auf eine Fortführung des Geschäftsbetriebs sehen, können bei Gericht ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung beantragen. Das ist eine Variante des Insolvenzrechts, die statt einer Abwicklung auf die Sanierung eines Unternehmens zielt.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 21. Dezember 2017 um 20:00 Uhr.

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