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23.02.2012

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Inland
Ostermarsch in München (Foto: dpa)
Tausende protestieren bundesweit bei Ostermärschen
Ostermärsche in Deutschland

Gegen Atomkraft, für Frieden

Mehrere tausend Menschen haben gestern in zahlreichen deutschen Städten bei Ostermärschen gegen die Atomkraftnutzung und den NATO-Einsatz in Libyen protestiert. Zudem forderten sie ein Ende der Auseinandersetzungen in Afghanistan. Nach Angaben des zentralen Ostermarschbüros in Frankfurt waren deutlich mehr jüngere Leute bei den Demonstrationen dabei als in vergangenen Jahren.

Heute werden die Aktionen fortgesetzt: In Köln kommen Motorradfahrer zu einer Friedensfahrt zusammen. Das Motto der Biker lautet: "Atomwaffen abschaffen - Atomkraftwerke abschalten! Afghanistankrieg beenden - jetzt!" In Essen und Bochum geht der "Ostermarsch Ruhr" weiter. Eine Demonstration in Frankfurt (Oder) steht unter dem Slogan: "Über Krieg führt kein Weg zum Frieden." Auch in anderen Städten sind Umzüge, Vorlesungen, Mahnwachen oder Spaziergänge geplant.

Der zentrale Aktionstag ist der Ostermontag. Bundesweit sollen es mehr als 80 Aktionen verteilt über die Ostertage werden. Die Demonstranten fordern einen schnellen Atomausstieg sowie das sofortige Ende der Kriege in Afghanistan und im Irak und einen sofortigen Waffenstillstand in Libyen. Sie verlangen eine drastische Kürzung der Militärausgaben zugunsten sozialer Aufgaben und den Stopp von Rüstungsexporten. Protest gibt es auch gegen die Rekrutenwerbung der Bundeswehr im öffentlichen Raum, etwa bei Arbeitsagenturen, Schulen und Hochschulen. Die Friedensbewegung hat gemeinsam mit Anti-Atomkraft-Initiativen und dem Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) zu Protesten aufgerufen.

Bilder:

Geschichte der Ostermärsche
Bilderstrecke Ein bisschen Frieden 2010 gab es ein Jubiläum: Seit 50 Jahren demonstrieren in Deutschland die Menschen an Ostern gegen den Krieg. [mehr]

Proteste vor Atomkraftwerken

In mehreren norddeutschen Städten hatten bereits gestern Ostermarschierer an Protestaktionen teilgenommen. In der Hamburger Innenstadt versammelten sich nach Angaben der Veranstalter 1200 Menschen zu einer Kundgebung. Die Polizei sprach von 750 Teilnehmern. In Kiel zählten die Beamten rund 140 Friedensaktivisten, die mit der Ansage "Es ist Krieg - Entrüstet Euch!" protestierten. Für Frieden und gegen Atomkraft wurde unter anderem auch in Hannover, Rostock und Braunschweig demonstriert. Mehr zu den Veranstaltungen in Norddeutschland finden Sie beim NDR.

In Bremen veranstaltete das Friedensforum einen Marsch durch die Innenstadt. Mehr dazu bei radiobremen.

In der bayerischen Hauptstadt München gingen die Demonstranten unter dem Motto "Politikwechsel für Frieden und eine gerechte Weltordnung!" auf die Straße. Nach Angaben der Veranstalter nahmen bis zu 900 Menschen an dem friedlichen Zug vom Ostbahnhof zum Marienplatz und der dortigen Abschlusskundgebung teil. Die Polizei zählte dagegen maximal 450 Teilnehmer. Eine der größten Demonstrationen in Südostbayern fand in Traunstein statt. In Nürnberg heißt der Leitspruch für den großen Ostermarsch am Montag: "Wir bleiben dabei: Krieg löst keine Probleme!". Mehr dazu finden Sie beim BR.

In Berlin gingen etwa 4000 Menschen gegen Krieg und Atomkraft auf die Straße. (Foto: dapd) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: In Berlin gingen etwa 4000 Menschen gegen Krieg und Atomkraft auf die Straße. ]
In Mainz zogen rund 300 Menschen unter dem Motto "Für eine Welt ohne Krieg, Militär und Gewalt" durch die Innenstadt. In Baden-Württembergs Hauptstadt Stuttgart beteiligten sich nach Angaben der Veranstalter rund 800 Personen. Die Polizei sprach von etwa 500 Teilnehmern. An vielen Orten in Baden-Württemberg steht die Kritik an der Atomenergie im Mittelpunkt der diesjährigen Ostermärsche. Einen Überblick finden Sie beim SWR.

In Duisburg begann der traditionelle "Ostermarsch Ruhr", bei dem drei Tage lang in mehreren Städten des Ruhrgebiets zahlreiche Veranstaltungen zu Fuß, mit Fahrrädern und Motorrädern stattfinden. Die Aktionen richten sich gegen die internationalen Militäreinsätze in Afghanistan und Libyen sowie gegen Rüstungsexporte und die Bedrohung durch Atomwaffen. Der Abschluss ist am Montag in Dortmund. In Hessen ist für Ostermontag eine große Demonstration gegen Atomkraft in Biblis geplant, an der auch Politiker teilnehmen wollen.

Die Forderung nach dem Ausstieg aus der Atomenergie stand im Mittelpunkt des Berliner Ostermarsches. Nach Veranstalterangaben zogen 3000 bis 4000 Menschen unter anderem vor die Zentrale des Energiekonzerns Vattenfall. Auf Plakaten forderten sie unter anderem "Die Sonne soll strahlen, nicht wir" und "Zivilisten vor der NATO schützen". Im vergangenen Jahr hatten sich 1500 Teilnehmer am Ostermarsch in Berlin beteiligt. Informationen finden Sie beim RBB.

In Mecklenburg-Vorpommern fand zum Auftakt der Proteste bereits gestern eine Anti-Atom-Demonstration vor dem Atommülllager bei Lubmin statt. Auch in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen gab es in mehreren Städten Ostermärsche. An der Leipziger Nikolaikirche protestierten 300 Menschen gegen die Nutzung des Flughafens Leipzig/Halle als Militär-Drehkreuz. Anschließend starteten sie einen Fahrradkorso zum Flughafen. Nähere Informationen finden Sie beim MDR.

Stand: 24.04.2011 01:52 Uhr
 

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