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Verunsicherung wegen Skandal um manipulierte Klinikakten

AOK stoppt Info-Briefe zur Organspende

Die Allgemeinen Ortskrankenkassen wollen ihre Versicherten jetzt doch nicht frühzeitig per Brief über die Organspende informieren. Die Kasse verwies auf die Verunsicherung in der Bevölkerung durch den Organspendeskandal.

Logo der AOK vor einem Verwaltungsgebäude
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Die Ortskrankenkassen haben rund 24 Millionen Versicherte.

Ab November sind regelmäßige Informationen zur Organspende für die Kassen gesetzlich bindend - dann tritt das neue Transplantationsgesetz in Kraft. Alle Bürger ab 16 Jahren sollen dann per Post regelmäßig gefragt werden, ob sie zur Organspende bereit sind. Bei der AOK sei ursprünglich geplant gewesen, die rund 24 Millionen Versicherten schon ab September regelmäßig über die Organspende zu informieren. Von diesem Vorhaben will die Kasse jetzt abrücken.

"Die AOK wird ihren Versicherten zunächst kein individuelles Informationsmaterial und keine Organspendeausweise zuschicken", sagte der Chef des AOK-Bundesverbands, Jürgen Graalmann, der "Berliner Zeitung". Der Organspendeskandal habe in der Bevölkerung zu großen Irritationen geführt. "Daher brauchen wir dringend eine Aufklärung der Vorwürfe, mehr Transparenz im Organspendeverfahren und eine strikte Kontrolle", sagte Graalmann. Daran müsse aber noch gearbeitet werden.

AOK-Chef lässt Versand ab November offen

Die Ende Mai vom Bundestag beschlossene Neuregelung zur Organspende sieht vor, dass künftig alle Krankenversicherten ab 16 Jahren regelmäßig befragt werden sollen, ob sie nach ihrem Tod zur Organspende bereit sind. Die Menschen sollen "Ja", "Nein" oder "Ich weiß nicht" antworten können. Die Informationsschreiben sollen das Thema in die Familien tragen - so soll sich die Bereitschaft zur Organspende erhöhen. AOK-Chef Graalmann ließ ausdrücklich offen, ob die Kassen im November mit dem Versenden der Informationsbriefe beginnen werde.

Im Juli war bekannt geworden, dass es an Kliniken in Göttingen und Regensburg in der Vergangenheit zu Unregelmäßigkeiten bei der Organvergabe gekommen war. Mehrere Ärzte werden beschuldigt, im großen Stil Krankenakten manipuliert zu haben, um bestimmten Patienten bei der Vergabe von Spenderorganen Vorteile auf der Warteliste zu verschaffen. Seitdem wird über härtere Kontrollen und Strafen diskutiert.

Stand: 08.09.2012 11:45 Uhr

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Von November an sollen alle Bundesbürger in regelmäßigen Abständen von ihrer Krankenkasse einen Brief zum Thema Organspende erhalten. Die Empfänger werden darin aufgefordert anzukreuzen, ob sie zur Organspende bereit sind. Auch der entsprechende Ausweis wird mitgeschickt. Im Juli waren Manipulationen von Krankendaten zum Bedarf von Spendeorganen bekannt geworden - deshalb stoppt die AOK jetzt bis auf Weiteres den geplanten Briefversand.

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