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Organspende-Skandal

Gesundheitsminister für Überprüfung der DSO

Gesundheitsminister Daniel Bahr
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Sieht Korrekturbedarf bei den Strukturen der DSO, sagt aber nicht genau wo: Gesundheitsminister Bahr

Angesichts des Organspende-Skandals sieht Gesundheitsminister Daniel Bahr auch bei der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) Korrekturbedarf. "Auch die DSO muss sich einer kritischen Überprüfung unterziehen", sagte der FDP-Politiker der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung".

"Ihre Strukturen müssen weiter verbessert werden." Erste Verbesserungen seien durch das gerade in Kraft getretene Gesetz erreicht worden. Wo genau Bahr Korrekturbedarf bei der DSO sieht, sagte er aber nicht.

DSO: Stiftung vom Skandal nicht betroffen

Vom aktuellen Organsspende-Skandal sieht sich die Stiftung nicht betroffen. "Betroffen sind die Transplantationszentren, die unter Aufsicht der Länder stehen", sagte der medizinische Vorstand der DSO, Günter Kirste, dem Blatt.

Die vor 27 Jahren gegründete DSO ist verantwortlich für die Organisation der Entnahme und Konservierung von Organen sowie für deren Transport. Sie verwaltet die Wartelisten der Organempfänger und koordiniert die Verteilung der Spenderorgane, bestimmt aber nicht, wer wann welches Organ bekommt.

Zudem begleitet sie die Angehörigen von Organspendern. Dazu besuchen die DSO-Mitarbeiter auch die Intensivstationen der Krankenhäuser. Kritiker beklagen, dass die Mitarbeiter der Stiftung dabei auch Druck auf Angehörige ausüben.

Pro und contra staatliche Aufsicht

Der stellvertretende Vorsitzende der Unionsfraktion im Bundestag, Johannes Singhammer, forderte allgemein mehr staatliche Kontrolle: "Wir brauchen bei der Organspende eine staatliche Aufsicht. Das zeigen die Vorfälle der jüngsten Zeit, die noch vor wenigen Wochen undenkbar schienen", sagte der CSU-Politiker der Zeitung. Der Staat brauche ein unmittelbares Kontrollrecht. "Es gibt auf der Bundesebene genügend Institutionen, die das ausüben könnten."

Die Ärzte wollen jedoch ein stärkeres Eingreifen des Staates verhindern. Bei einem Krisentreffen mit den politischen Verantwortlichen am 9. August in Berlin sprachen sich jedoch alle Beteiligten für mehr Transparenz und schärfere Kontrollen aus. Bundesärztepräsident Frank Ulrich Montgomery schlug vor, mit den Behörden enger zusammenzuarbeiten. Die medizinische Selbstverwaltung für ein staatliches System einzudämmen oder gar aufzugeben, lehnte er aber ab.

Göttinger Oberarzt weist Vorwürfe zurück

Taxis stehen vor dem Hauptgebäude der Universitätsmedizin (UMG) der Georg-August-Universität Göttingen.
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Hauptgebäude der Uni-Klinik Göttingen

Indes meldete sich der beschuldigte Göttinger Oberarzt zu Wort. Über seinen Anwalt ließ er alle gegen ihm im Organspende-Skandal erhobenen Vorwürfe zurückweisen. "Mein Mandant hat keine Laborwerte manipuliert", sagte der Strafrechtler Steffen Stern dem Magazin "Focus".

Der Oberarzt steht im Verdacht, zuerst in Regensburg und später in Göttingen Krankenakten gefälscht zu haben. Dabei soll er die Krankheit auf dem Papier verschlimmert haben, damit den Patienten schneller eine neue Leber implantiert wurde - obwohl andere sie vielleicht nötiger gehabt hätten.

Stand: 12.08.2012 11:29 Uhr

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