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Steinmeier-OP sorgt für Debatte über Organspenden
Diskussion über Widerspruchsregelung

Steinmeier-OP sorgt für Debatte über Organspenden

Frank-Walter Steinmeier und seine Frau Elke Büdenbender (Foto: dpa) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Nieren-OP stieß Debatte an: Frank-Walter Steinmeier und seine Frau Elke Büdenbender (Archivfoto). ]
Vertreter von Regierung und Opposition haben nach der Nierenspende des SPD-Fraktionschefs Frank-Walter Steinmeier an seine Ehefrau eine Debatte über eine Reform der Organspenden-Regelung angeregt. Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger will offen über eine Widerspruchsregelung bei Organspenden diskutieren. "Jahr für Jahr sterben Menschen, die vergeblich auf Organspenden warten. Es ist gut, dass offen darüber diskutiert wird, wie die Situation verbessert werden kann", sagte die FDP-Politikerin der "Welt". Bei einer Widerspruchsregelung könnten Hirntoten Organe entnommen werden, sofern sie dem zu Lebzeiten nicht ausdrücklich widersprochen haben.

Lauterbach: Fraktionsübergreifende Initiative

Der gesundheitspolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Karl Lauterbach, sprach sich im "Kölner Stadt-Anzeiger" für eine fraktionsübergreifende Initiative aus. Es müsse eine Regelung gefunden werden, die die Organspende zur Regel mache und nur bei ausdrücklichem Widerspruch zu unterlassen sei. "Ich halte das ethisch für geboten", sagte Lauterbach mit Blick auf eine Reform. Es handele sich bei diesem schwierigen Thema nicht um eine parteipolitische Frage. Daher solle der Bundestag wie in den Debatten zur Stammzellforschung und der Patientenverfügung Reformmodelle erörtern und ohne Fraktionszwang abstimmen.

12.000 Menschen warten auf ein Spenderorgan

Transport eines gespendeten Organs (Archivbild) (Foto: picture-alliance/ dpa) [Bildunterschrift: Ein gespendetes Organ auf dem Weg zu seinem Empfänger: In Deutschland warten 12.000 Schwerkranke auf eine Transplantation. (Archivbild) ]
In mehreren europäischen Ländern ist dies Praxis. In Deutschland muss ein Hirntoter schon zu Lebzeiten einer Organspende zugestimmt haben oder die Angehörigen müssen Ja sagen. Nach Angaben der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) warten derzeit rund 12.000 Menschen auf ein Spenderorgan. Schätzungsweise 1000 Menschen sterben jährlich, während sie auf eine Transplantation hoffen.

Auslöser der Debatte war die Nierenspende Steinmeiers an seine Frau. Unions-Politiker hatten daraufhin für eine Widerspruchsregelung plädiert. Gesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) zeigte sich jedoch skeptisch. Die Bereitschaft zur Organspende dürfe nicht verordnet werden.

Ärztekammer gegen Widerspruchsregelung

Auch die Bundesärztekammer sprach sich gegen eine Widerspruchsregelung aus. Vizepräsident Frank-Ulrich Montgomery sagte dem Berliner "Tagesspiegel", schon die Debatte über eine solche Organentnahme verstärke bestehende Ressentiments. "Sie macht mehr kaputt, als sie an Nutzen bringt." Auch gegen die Forderung, jedem Bürger zumindest eine Entscheidung für oder gegen die Organspende abzuverlangen, wandte sich der Ärztefunktionär. Jeder Mensch habe auch das Recht, sich mit seinem Lebensende nicht zu befassen, sagte er.

Der gesundheitspolitische Sprecher der Unions-Fraktion, Jens Spahn (CDU), schlug vor, "dass man jeden Erwachsenen mindestens einmal im Leben mit dem Thema konfrontieren muss". Ein guter Zeitpunkt dafür wäre aus seiner Sicht der Führerscheinerwerb, sagte Spahn. Im Idealfall könne die Bereitschaft zur Organspende dann gleich auf diesem Dokument vermerkt werden.

Stand: 30.08.2010 09:44 Uhr

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Links

  • ExternOrganspende.

    Homepage der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zum Thema

 

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