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Vorstoß von Gesundheitsminister Bahr

Sonderkontrolleure für die Organspende?

Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr
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Daniel Bahr trifft sich am Montag mit seinen Länder-Kollegen, um zu beraten, wie es mit der Organspende weitergehen soll.

Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr will Organspenden von Sonderkontrolleuren in den Kliniken überwachen lassen. "Wir brauchen ein Mehr-Augen-Prinzip bei der Vergabe von Spenderorganen, damit noch eine unabhängige Person, die nicht Teil der Abläufe der Transplantation ist, alles prüft", sagte der FDP-Politiker der "Rheinischen Post". Die Kontrolleure sollten unmittelbar der Klinikleitung unterstellt sein.

Außerdem solle das Personal in den Prüfkommissionen aufgestockt werden. Weil es bei der Organvergabe im Kern immer um medizinische Entscheidungen gehe, könnten diese außerdem nur von Medizinern gefällt werden, sagte Bahr weiter.

Bahr berät am Montag mit seinen Kollegen aus den Ländern, wie Missbrauch bei der Vergabe von Spenderorganen verhindert werden kann. In Göttingen und Regensburg soll ein Oberarzt Krankenakten manipuliert haben, um Patienten auf der Warteliste für Spenderorgane ganz vorn zu platzieren.

Spenderherz nur mit "Hochdringlichkeitsstatus"?

Die "Frankfurter Rundschau" berichtete unterdessen, laut neuen Zahlen der europäischen Organvermittlungsstelle Eurotransplant würden fast neun von zehn Spenderherzen an Patienten vergeben, die wegen akuter Lebensgefahr auf der Warteliste für Transplantationen einen "Hochdringlichkeitsstatus" hätten. Vor zehn Jahren seien noch 43,5 Prozent der Spenderherzen so transplantiert worden. Aus diesem Grund hätten praktisch nur noch Patienten mit "Hochdringlichkeitsstatus" Chancen auf ein neues Herz. Ob jemand diesen Status erhalte, liege im Ermessen seines Arztes.

Die Bundesärztekammer habe die neuen Zahlen mit der geringen Zahl der Spenderorgane erklärt. Forscher des IGES-Insituts hätten das Verfahren aber schon 2009 als manipulationsanfällig eingestuft.

Stand: 25.08.2012 12:29 Uhr

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