Behälter für den Transport von menschlichen Organen

Organmangel in Deutschland Spendebereitschaft läuft ins Leere

Stand: 23.01.2017 09:58 Uhr

Die Organspende in Deutschland ist schlecht organisiert: Ärzte erkennen mögliche Organspender oft nicht - oder melden sie bewusst nicht. Darum sinkt die Zahl der Organspenden, obwohl viele Menschen spenden wollen - so Recherchen der ARD.

Von Patrick Hünerfeld, SWR Baden-Baden

Rund 70 Prozent der Menschen in Deutschland sind bereit, nach ihrem Tod Organe zu spenden. Diese große Spendebereitschaft ist seit Jahren stabil. Sogar die diversen Transplantationsskandale haben daran nichts geändert. Dennoch ist die Zahl der Organspenden massiv gesunken. Der Grund: In vielen Krankenhäusern fehlt das Bewusstsein für die Organspende. Zudem haben die Kliniken oftmals wenig Interesse daran, Organspenden durchzuführen. Die Folge: Bei vielen möglichen Organspendern kommt es nicht zu einer Spende. Das zeigen Recherchen der ARD für die Fernsehdokumentation "Die Story im Ersten: Organspende - zwischen Tod und Hoffnung" (23.01., 22.45 Uhr im Ersten).

Die Mär von den vergraulten Organspendern
tagesschau24 15:00 Uhr, 23.01.2017, Patrick Hünerfeld, SWR

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Undankbare Aufgabenverteilung

Mehr als 1300 sogenannte Entnahmekrankenhäuser gibt es bei uns. Diese haben die undankbarste Aufgabe im Räderwerk der Organspende: Sie sollen mögliche Organspender identifizieren, melden und dann die Organentnahme durchführen. Für Ärzte und Pflege auf den Intensivstationen bedeutet das vor allem zusätzliche Arbeit. Sie müssen mit den Angehörigen sprechen, zusätzliche Untersuchungen durchführen - oftmals zu Lasten anderer Patienten, die im Gegensatz zum möglichen Organspender noch eine Chance auf Heilung haben.

Organspende - kein Gewinn für Kliniken

Sterbebegleitung oder Organspende - das ist eigentlich die Frage, wenn bei einem Patienten der Hirntod droht. Doch in vielen Krankenhäusern wird diese Frage gar nicht mehr gestellt. Kein Wunder: Wenn die Ärzte sich entscheiden, den sterbenden Patienten sterben zu lassen, dauert das vielleicht einen halben Tag. Dann ist das teure Intensivbett wieder frei für einen neuen Patienten, der Geld in die Klinikkasse bringt.

Patrick Hünerfeld, SWR Wissenschaftsredaktion, zu Organspenden
tagesschau24 15:00 Uhr, 23.01.2017

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Geht es stattdessen in Richtung Organspende, ist das Bett mitunter noch mehrere Tage belegt, bis die vorgeschriebene Hirntoddiagnostik durchgeführt und alles für die Organentnahme vorbereitet ist. Am Ende müssen die Organe in einem Operationssaal mit Klinikpersonal entnommen werden - meist tief in der Nacht. Eine Organspende verbraucht viel Zeit und Ressourcen, bringt der Klinik aber keinen Gewinn.

Der Hirntod ist ein seltenes Ereignis

Organspender kann bei uns nur werden, wer künstlich beatmet auf einer Intensivstation den Hirntod erleidet. Viele sterbende Patienten erreichen diesen sehr speziellen Zustand gar nicht, bevor ihr Herz endgültig stehenbleibt. Der Hirntod ist ein seltenes Ereignis. Selbst in großen Kliniken kommt dies nur wenige Male pro Jahr vor. Die meisten Ärzte haben folglich keine Routine im Erkennen eines nahenden Hirntodes, denken oft nicht einmal an diese Möglichkeit.

Darauf hinweisen sollte sie eigentlich der klinikeigene Transplantationsbeauftragte. Jedes Entnahmekrankenhaus muss einen solchen benennen. In der Regel sind das Intensivärzte, die diese Aufgabe zusätzlich aufgebürdet bekommen. Ihr Engagement hält sich oft in Grenzen, schon weil sie für diese Aufgabe kein Zeitbudget bekommen.

Ein Teufelskreis: Mangels Praxis erkennen viele Ärzte mögliche Organspender nicht, und viele Kliniken haben kein echtes Interesse daran, das zu ändern, weil Organspende für sie eher ein Minusgeschäft ist.

Konzentration auf größere Entnahmekrankenhäuser

Eine Verbesserung der Situation könnte eine Konzentration auf die größeren Entnahmekrankenhäuser bringen, die zumindest gelegentlich eine Organspende durchführen. Darüber denkt man in der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) nach. Wenn die Ressourcen gebündelt würden, könnte eine bessere Verankerung der Organspende in den Kliniken gelingen, so die Hoffnung. Das Ziel: In diesen Krankenhäusern sollen konsequent alle möglichen Organspender identifiziert werden. Analysen von Fallakten aus der Region Ost der DSO haben gezeigt, dass so vielleicht eine Verdopplung der Zahl der Organspender möglich wäre.

Den Dokumentarfilm "Die Story im Ersten: Organspende - zwischen Tod und Hoffnung" zeigt das Erste heute Abend um 22.45 Uhr.

Über dieses Thema berichtet tagesschau24 am 23. Januar 2017 um 15:00 Uhr.

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