Bei Razzien wurden mutmaßliche Mitglieder der Terrorgruppe "Oldschool Society" fest genommen (Screenshot).  | Bildquelle: dpa

Ermittlungen gegen "Oldschool Society" Anklage gegen mutmaßliche Neonazi-Terrorgruppe

Stand: 13.01.2016 16:34 Uhr

Sie sollen Anschläge mit Brand- und Nagelbomben auf Moscheen und Asylbewerber geplant haben. Doch die Behörden kamen der rechtsextremen Terrorgruppe "Oldschool Society" zuvor. Nun hat der Generalbundesanwalt Anklage gegen die Köpfe der Truppe erhoben.

Die Bundesanwaltschaft hat Anklage gegen vier Mitglieder der rechten Terrorgruppe "Oldschool Society" (OSS) erhoben. Sie wirft den Extremisten, drei Männern im Alter von 40 bis 57 Jahren und einer 23 Jahre alten Frau, unter anderem Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung vor.

Sprengstoffanschläge geplant

Seit dem Frühjahr 2014 hatte die Bundesanwaltschaft gemeinsam mit der Sonderkommission "Borna" des Bundeskriminalamts gegen die Gruppierung ermittelt. Laut Anklage plante die Truppe um den 57 Jahre alten Anführer Andreas H. Anschläge auf Salafisten, Asylbewerber und Moscheen. Anfang Mai 2015 sollen die Extremisten dafür im Ausland große Mengen Pyrotechnik gekauft haben, aus der Sprengsätze hätten gebaut werden können. Um die Wirkung der Böller zu steigern, erwogen die Neonazis laut Anklage, die Bomben mit Nägeln zu spicken oder mit Spiritus zu versetzen.

Ein erster Anschlag auf ein Flüchtlingsheim im sächsischen Borna soll für Anfang Mai 2015 geplant gewesen sein, doch die Behörden kamen den Extremisten zuvor. Am 6. Mai 2015 wurden die Angeschuldigten festgenommen und dem Ermittlungsrichter beim Bundesgerichtshof vorgeführt.

Kommunikation über Facebook und Chat-Gruppen

Nach Erkenntnissen der Ermittler hatte sich der OSS über das Internet gebildet. Auf Facebook und in Chat-Gruppen verschiedener Instant-Messaging-Dienste tauschten sich die Extremisten regelmäßig über ihre rechtsgerichtete nationalistische Weltanschauung aus, diskutierten Ziele und warben weitere Mitglieder für die Gruppe.

Der "OSS" soll sich nach Erkenntnis der Ermittler seit dem Herbst 2014 radikalisiert und professionalisiert haben. Der Kreis um die Angeklagten bildete eine hierachische Struktur, mit weisungsbefugter Führungsebene, Schriftführerin und einem Pressesprecher.

Der Prozess gegen die militante rechte Zelle soll vor dem Oberlandesgericht München stattfinden.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 13. Januar 2016 um 17:30 Uhr.

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