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Ein Hochschulstudium schützt in den Industrienationen am besten vor Arbeitslosigkeit und sichert zugleich ein deutlich höheres Einkommen. Zu diesem Schluss kommt der diesjährige Bericht "Bildung auf einen Blick" der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). Danach liegen in Deutschland die Einkommen von Akademikern im Schnitt um 75 Prozent über denen von Beschäftigen mit betrieblicher Berufsausbildung.
[Bildunterschrift: Medizinstudenten in Leipzig: Ein Studium lohnt sich. ]
Bildung lohne sich also für den Einzelnen, so der Bericht - aber auch für den Staat bringen nach der Analyse der internationalen Bildungsforscher Investitionen in Bildung hohe Erträge durch wirtschaftliches Wachstum und höhere Steuereinnahmen. Angesichts des Geburtenrückganges in fast allen Industrienationen sei eine weitere Steigerung des Qualifikationsniveaus unverzichtbar, um den Fachkräftebedarf auch in Zukunft zu sichern, folgern die Wissenschaftler.
Allerdings nähmen in Deutschland trotz erheblicher Verbesserungen in den vergangenen Jahren im internationalen Vergleich immer noch zu wenig junge Menschen ein Studium auf, so die Autoren der Studie. Zwar konnte in der Bundesrepublik der Anteil junger Menschen, die ein Studium aufnehmen, im Jahr 2009 auf 43 Prozent gesteigert werden. Im OECD-Schnitt liegt die Quote aber bei 56 Prozent.
Die Zahl der Hoch- und Fachhochschulabsolventen wuchs der Studie zufolge zwischen 2000 und 2008 um mehr als ein Drittel auf 260.000 pro Jahr. Ihr Anteil an einem Jahrgang stieg dadurch von 18 auf 25 Prozent. Im OECD-Mittel wuchs der Anteil der Hochqualifizierten dagegen im gleichen Zeitraum von 28 auf 38 Prozent.
Auch die Bildungsausgaben sind in Deutschland im internationalen Vergleich weiter niedrig. Die gesamten öffentlichen und privaten Ausgaben für Bildungseinrichtungen lagen laut OECD in Deutschland im Jahr 2007 bei 4,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Unter den OECD-Ländern, für die entsprechende Zahlen vorlagen, gaben nur die Slowakei, Tschechien und Italien einen geringeren Anteil der Wirtschaftsleistung für Bildung aus. Bei den Spitzenreitern USA, Korea und Dänemark lag der Anteil bei mehr als sieben Prozent des BIP.
[Bildunterschrift: Lernen im Betrieb und in der Schule: Lob für berufliche Bildung in Deutschland ]
Die OECD bewertete in ihrer Studie zugleich das deutsche Berufsbildungssystem insgesamt positiv. Die berufliche Bildung leiste einen wesentlichen Beitrag zur Integration von Jugendlichen in den Arbeitsmarkt und sei ein "entscheidender Faktor für die im internationalen Vergleich geringe Jugendarbeitslosigkeit", erklärte OECD-Expertin Kathrin Höckel. Als positiv wertete die OECD unter anderem die Verbindung von Lernen im Betrieb und in der Schule, das große Engagement der Sozialpartner und das hohe Ansehen des Systems in der Gesellschaft.
Die Bildungsexperten mahnten allerdings, Risikoschüler noch besser zu fördern. Sie verwiesen dazu darauf, dass viele Jugendliche statt direkt in die Berufsbildung zu gehen in einem Übergangssystem aufgefangen werden müssen. Es sollten mehr Anstrengungen unternommen werden, um Jugendliche fit für die reguläre berufliche Ausbildung zu machen, erklärte die OECD.
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