Luftaufnahme der Unfallstelle | Bildquelle: dpa

A9 bei Münchberg Entsetzen nach schwerem Busunglück

Stand: 03.07.2017 21:00 Uhr

Bundeskanzlerin Merkel und Bundespräsident Steinmeier haben betroffen auf das schwere Busunglück mit 18 Toten reagiert. Bayerns Ministerpräsident Seehofer versprach schnellstmögliche Aufklärung. Zwei Verletzte schweben noch in Lebensgefahr.

Nach dem schweren Busunfall in Oberfranken mit 18 Toten haben sich Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier bestürzt und betroffen gezeigt. Es sei ein "schrecklicher Busunfall", sagte Merkel. Ihre Gedanken seien bei den Angehörigen der Opfer. Den Verletzten wünsche sie schnelle Genesung. Ihr Dank gehe an "alle Rettungskräfte, Ärzte, Sanitäter und Seelsorger, die im Einsatz sind und waren".

Steffen Seibert @RegSprecher
Kanzlerin #Merkel zum schweren Busunglück auf der A9 bei #Münchberg in Oberfranken: https://t.co/jFMCH3JFPj

Bundespräsident Steinmeier äußerte sich am Rande seines Antrittsbesuchs in Baden-Württemberg zu dem Unglück: "Zu diesem Zeitpunkt kann ich nur sagen, dass wir mit den Angehörigen mitfühlen und denjenigen, die verletzt sind, möglichst baldige und vollständige Genesung wünschen."

Mindestens 18 Tote bei Busunfall in Bayern
tagesschau 20:00 Uhr, 03.07.2017, Constanze Schulze, BR

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Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer sprach von einer "furchtbar schrecklichen Katastrophe". Er spreche den Angehörigen das Beileid und die Anteilnahme der bayerischen Landesregierung aus. Seine Regierung werde alles tun, um "schnellstmöglich" die Ursachen des Unglücks aufzuklären.

Dobrindt reist zur Unfallstelle

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann und Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt reisten zur Unfallstelle. Sie wollten sich ein Bild von der Lage machen und mit den Einsatzkräften sprechen. Dobrindt zeigte sich hinterher sichtlich bewegt und rang mit den Worten: "An dem Buswrack befindet sich nichts Brennbares mehr, es gab eine enorme Hitzeentwicklung", sagte er. Dass die Einsatzkräfte deswegen den möglicherweise noch lebenden, im Bus eingeschlossenen Personen nicht zu Hilfe eilen konnten, sei eine sehr belastende Situation für die Retter.

Herrmann beklagte zudem ein "völlig unverantwortliches und beschämendes Verhalten" mancher Autofahrer. Weil die Rettungsgasse nicht breit genug war, hätten vor allem die großen Einsatzfahrzeuge wertvolle Zeit verloren. Auf der Gegenfahrbahn hätten zudem einige Gaffer beinahe weitere Unfälle verursacht. Herrmann betonte trotzdem: "Es ist so schnell wie irgend möglich Hilfe geleistet worden."

Inzwischen wurden alle Leichen aus dem Unglücksfahrzeug geborgen. Wie das Polizeipräsidium Oberfranken und die Staatsanwaltschaft Hof mitteilten, handelt es sich bei den Toten um Frauen und Männer im Alter von 55 bis 81 Jahren, unter ihnen sei auch einer der Fahrer des Busses. 30 weitere Reisende wurden verletzt, zwei von ihnen lebensgefährlich.

Wie konnte der Bus so schnell ausbrennen?

Der Bus war Berichten zufolge von Sachsen in Richtung Gardasee unterwegs. Bei dem Unfall auf der Autobahn 9 bei Hof war er am Ende eines Staus auf einen Sattelzug aufgefahren und in Flammen aufgegangen. In dem Unglücksbus reiste nach Angaben der Ermittler unter anderem eine Seniorengruppe aus Sachsen. Zudem sollen mindestens vier Brandenburger an Bord des Busses gewesen sein. Insgesamt waren zwei Busfahrer sowie 46 Männer und Frauen im Fahrzeug.

Noch ist völlig unklar, wie der Bus so schnell ausbrennen konnte. Er soll nur drei Jahre alt gewesen sein und erst vor kurzem ohne Probleme eine neue TÜV-Plakette bekommen haben. Der Fahrer soll äußerst erfahren und bis zu diesem verhängnisvollen Tag unfallfrei unterwegs gewesen sein - 2013 erhielt er sogar eine Auszeichnung vom sächsischen Innenministerium. Die Staatsanwaltschaft Hof beauftragte einen Sachverständigen, bei der Suche nach der Unfallursache mitzuhelfen.

Schweres Busunglück auf der A9 bei Stammbach
C. Scherm, BR
03.07.2017 14:06 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 03. Juli 2017 um 16:00 Uhr.

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