Barack Obama und Angela Merkel | Bildquelle: REUTERS

Obama-Besuch in Berlin Obama lobt die EU - und Merkel

Stand: 17.11.2016 18:29 Uhr

Es war eine harmonische Pressekonferenz, bei der US-Präsident Obama und Kanzlerin Merkel einander für die enge Zusammenarbeit dankten. Obama appellierte zugleich an die Europäer, sich für den Erhalt der EU zu engagieren. Diese Errungenschaft müsse "kultiviert" werden.

US-Präsident Barack Obama hat Bundeskanzlerin Angela Merkel und den Deutschen für ihre "tiefe Freundschaft und Partnerschaft" gedankt. "Ich hätte mir keine standfestere und zuverlässigere Partnerin vorstellen können", sagte er im Kanzleramt in Berlin bei seinem letzten Besuch als amtierender US-Präsident.

Er unterstrich die gemeinsamen Ziele, die die USA und Deutschland teilten. Seit sieben Jahrzehnten engagierten sich die Vereinigten Staaten in der NATO und hätten ein Interesse an der Stabilität Europas. Dies seien Verpflichtungen, die Merkel und ihn verbinden würden.

Die Länder Europas rief er auf, sich um den Erhalt der EU zu bemühen. "Ich glaube weiter daran, dass die Europäische Union eine der größten Errungenschaft der Welt ist", sagte er und fügte hinzu: "Man muss diese Errungenschaften kultivieren und dafür kämpfen". Der Austritt Großbritanniens solle so geräuschlos und problemlos wie möglich gestaltet werden.

Obama dankte der Kanzlerin für den deutschen Beitrag im Kampf gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) und im Syrien-Konflikt. Merkel stehe wie er selbst für "eine umfassende und humanitäre Lösung dieser Krise, der wir auch die Flüchtlingswelle nach Europa zu verdanken haben".

Wichtigster Handelspartner für Deutschland

Kanzlerin Angela Merkel bedankte sich ebenfalls für eine "enge, verlässliche Zusammenarbeit - auch in schwierigen Zeiten". Sie unterstrich, dass die USA im vergangenen Jahr der wichtigste Handelspartner für Deutschland gewesen seien. Gemeinsames Ziel sei es, die Globalisierung menschlich und politisch zu gestalten, ohne in Zeiten vor der Globalisierung zurückzufallen. Diesbezüglich erwähnte sie das geplante Handelsabkommen TTIP und räumte ein, dass es vorerst auf Eis liege.

Die Verhandlungen seien ein gutes Stück voran gekommen, könnten aber "jetzt nicht beendet werden", sagte Merkel nach ihrem Gespräch mit US-Präsident Barack Obama am Donnerstag in Berlin. Sie sei "ganz sicher, wir werden eines Tages auch darauf zurückkommen", fügte sie hinzu.

Spitzentreffen am Freitag

Obama ist bereits seit Mittwochabend in der deutschen Hauptstadt zu Gast. Am Freitag werden der französische Präsident François Hollande, der italienische Ministerpräsident Matteo Renzi, der spanische Ministerpräsident Mariano Rajoy und die britische Premierministerin Theresa May im Kanzleramt erwartet.

Ab 10 Uhr wollen sie gemeinsam über das Verhältnis zwischen den USA und der EU sprechen. Es wird erwartet, dass auch die Zukunft des geplanten Freihandelsabkommens TTIP zur Sprache kommt.

Über dieses Thema berichtete tagesschau am 17. November 2016 um 20:00 Uhr.

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