50 Jahre Kennedy-Rede: Berlin und die US-Präsidenten

50. Jahrestag der Kennedy-Rede

Berlin und die US-Präsidenten

Viele US-Präsidenten haben Berlin bereits besucht. Mal wurden sie mehr, mal weniger freundlich empfangen. Auch Obama wird wie seine Vorgänger versuchen, mit seinem Besuch in die Geschichtsbücher einzugehen.

Von Sylvie Ahrens, RBB, ARD-Hauptstadtstudio

Berlin und die US-Präsidenten, das ist eine Geschichte, die weit zurück reicht. Schon Thomas Jefferson pflegte Anfang des 19. Jahrhunderts eine Freundschaft mit dem Gelehrten Alexander von Humboldt. Doch wirklich intensiv wurden die deutsch-amerikanischen Beziehungen erst nach dem Zweiten Weltkrieg. Schockiert kehrte Harry S.Truman 1945 aus Potsdam zurück, wo er die Alliiertenkonferenz besucht und ein Berlin in Trümmern gesehen hatte.

"Ich bin ein Berliner" - John F. Kenndy am 26. Juni 1963. (Bildquelle: dpa)
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"Ich bin ein Berliner" - John F. Kenndy am 26. Juni 1963.

Der US-Präsident beschrieb eine Geisterstadt. Die Gebäude seien zerstört, die Wirtschaft liege am Boden. Doch mit amerikanischer Hilfe solle sich die einstige Hauptstadt schon bald erholen, zumindest der westliche Teil davon. 1961 wurde die Mauer gebaut und zwei Jahre später hielt John F. Kennedy vor dem Schöneberger Rathaus seine berühmt gewordene Rede. Sie war Balsam für die geschundene West-Berliner Seele.

Berlin und die US-Präsidenten - ein Rückblick
S. Ahrens, ARD Berlin
18.06.2013 08:51 Uhr

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Der Kalte Krieg blieb lange die Kulisse für weitere Präsidentenbesuche. Seien es Richard Nixon, Jimmy Carter oder Ronald Reagan, der gleich mehrmals in Berlin zu Gast war. Gegen die Besuche des republikanischen Präsidenten gab es heftige Proteste. Der prophetische Charakter seiner Rede 1987 am Brandenburger Tor wurde erst zwei Jahre später deutlich: "Mister Gorbatschow, reißen Sie diese Mauer ein", forderte Reagan damals.

"Dein Vater war auch schon ein Killer"

Reagan am Brandenburger Tor. (Bildquelle: AFP)
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Ronald Reagan sprach am 12. Juni 1987 vor dem Brandenburger Tor.

So richtig geliebt haben die Berliner Ronald Reagan aber nie. Grundsätzlich gilt: Mit republikanischen Präsidenten tut sich die Stadt schwer. Das durfte auch George W. Bush erfahren, der Berlin vor Beginn des Irak-Krieges 2002 besuchte. "George Bush, wir kennen dich, dein Vater war auch schon ein Killer", riefen die Demonstranten.

Im Angesicht des drohenden Irak-Krieges ging unter, dass Bush ein neues, freundschaftliches Verhältnis zu Russland ausrief, wie der damalige Kanzler Gerhard Schröder lobte: "Ich fand besonders die Passagen über das Verhältnis zu Russland bedeutsam und das, was der amerikanische Präsident zur Notwendigkeit der Verstärkung des Kampfes gegen die Armut gesagt hat."

Die Berliner und die amerikanischen Präsidenten
tagesthemen 22:15 Uhr, 18.06.2013, Oliver Jarasch, RBB

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Deutschland-Fan Clinton

Jeder Präsident, der nach Berlin kommt, versucht seine eigene Duftmarke zu setzen. Bei Bill Clinton, Vorgänger von Bush Junior, waren es eher die Bilder von ihm und Kanzler Schröder. Gemeinsam gingen die beiden spontan essen. Clinton outete sich später als Deutschland-Fan: "Ich komme nun seit 44 Jahren her", so der Ex-Präsident bei einem Empfang im Mai dieses Jahres in Berlin. Von seinen Deutschkenntnissen sei nicht mehr viel übrig, die Liebe für das Land aber geblieben.

Amtierende Präsidenten haben sich schon lange nicht mehr in Berlin blicken lassen. Der letzte war Bush Junior und das ist mehr als zehn Jahre her. Barack Obama war bei seinem Besuch 2008 nur Präsidentschaftskandidat. Dass ihm noch einmal 200.000 Berliner zujubeln werden wie damals, ist nicht zu erwarten. Zwar darf der US-Präsident diesmal vor dem Brandenburger Tor sprechen, doch die Zuhörer sind handverlesen. Diesmal dürfen nur rund 4000 geladene Gäste den Worten von Obama lauschen.

Stand: 18.06.2013 09:27 Uhr

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