Obama 50 Jahre nach Kennedy in Berlin

US-Präsident Obama winkt beim Einstieg in die Air Force One. (Bildquelle: AP)

Berlin-Besuch im Juni

Obama auf historischen Pfaden

Am 26. Juni 1963 hielt John F. Kennedy seine berühmte Rede an der Berliner Mauer. Fast genau 50 Jahre später will US-Präsident Obama in die deutsche Hauptstadt kommen. Das weckt Erinnerungen an historische Auftritte anderer Präsidenten.

Von Sabrina Fritz, ARD-Hörfunkstudio Washington

Im Sommer 2008 sprach Barack Obama im Berliner Tiergarten. Hunderttausende hörten seine Worte. Er war damals ein junger Senator, der Präsident werden wollte. Seine Haare waren noch nicht ergraut und seine Rede war noch voller Hoffnung auf eine bessere Zukunft.

Barack Obama verabschiedet sich im Juli 2008 an der Siegessäule in Berlin nach seiner Rede von den Zuhörern. (Bildquelle: dpa)
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Jubel für den Kandidaten: Im Juli 2008 begeisterte der spätere US-Präsident Obama die Berliner.

"Wenn Sie, das Berliner Volk, die Mauer einreißen konnten, eine Mauer zwischen Ost und West, eine Mauer zwischen Angst und Hoffnung, dann können Mauern auf der ganze Welt eingerissen werden", sagte Obama damals.

Vier berühmte Worte

Die Berliner Mauer - kein amerikanischer Präsident kam in den vergangenen Jahrzehnten an diesem Stück deutscher Geschichte vorbei. Es war der Republikaner Ronald Reagan, der im Juni 1987 dem russischen Präsidenten den Satz entgegen schmetterte: "Mr. Gorbatschow, reißen sie diese Mauer ein." Reagan sprach vor dem Brandenburger Tor. Begleitet vom damaligen Bundeskanzler Helmut Kohl, geschützt mit Panzerglas.

Ronald Reagan (Bildquelle: dpa)
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"Mr. Gorbatschow, tear down this wall!". Zwei Jahre nach Reagans Worten fiel die Mauer.

Unter den Beratern von Ronald Reagan war es sehr umstritten, ob er diesen Satz sagen sollte. Sie hatten Angst, das gute Verhältnis zum russischen Präsidenten Michail Gorbatschow aufs Spiel zu setzen. Aber Reagan blieb dabei. Anderthalb Jahre später ging sein Traum in Erfüllung. Manche sagen, es waren die berühmtesten Worte seiner ganzen Präsidentschaft.

Historische Schritte durch das Brandenburger Tor

Amerikanische Präsidenten kommen gern nach Deutschland, besonders im Sommer. Bill Clinton war fünfmal während seiner Amtszeit auf Deutschlandbesuch. Er besuchte Helmut Kohl in seinem Bungalow in Oggersheim und auch Clinton schrieb ein Stück Geschichte. Er konnte im Juli 1994 als erster US-Präsident gemeinsam mit Helmut Kohl durch das Brandenburger Ton gehen und den Ostteil der Stadt besuchen. Danach sagte er: "Vor wenigen Momenten konnte ich mit meinem Freund Kanzler Kohl durch Brandenburger Tor gehen, was meine Vorgänger noch nicht durften."

US-Präsident Obama kommt nach Berlin
S. Fritz, SWR Washington
10.05.2013 19:04 Uhr

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Ein Signal der Unterstützung an die Berliner

Auch der in Deutschland so unbeliebte George W. Bush war fünfmal zu Besuch. Aber kein US-Präsident kam an die Begeisterung heran, die John F. Kennedy auslöste. Am 26. Juni 1963, also vor bald 50 Jahren, sagte er den berühmten Satz: "In der freien Welt ist es die größte Ehre zu sagen: 'Ich bin ein Berliner'."

"Ich bin ein Berliner" - John F. Kenndy am 26. Juni 1963. (Bildquelle: dpa)
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"Ich bin ein Berliner" - John F. Kenndy am 26. Juni 1963.

Kennedy hatte sich den deutschen Satz in Lautschrift in sein Manuskript geschrieben. Berliner schrieb er: "Bearleener". Es war ein Signal an die Menschen in der Stadt, die eingeschlossen waren von der Berliner Mauer und umgeben vom Kommunismus, dass Amerika sie nicht im Stich lassen würde. Kennedy sagt weiter: "Wer denkt, der Kommunismus seit gut für Wohlstand, lasst sie nach Berlin kommen."

Nun fast auf den Tag genau 50 Jahren nach diesen historischen Worten wird Präsident Obama sicherlich die Gelegenheit nutzen, vor dem Brandenburger Tor zu sprechen. Eine Ehre, die ihm als junger Senator noch verwehrt war.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 10. Mai 2013 um 20:00 Uhr.

Stand: 10.05.2013 18:40 Uhr

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