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29.05.2012

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Rechtsterrorismus: Fragliche NSU-Spur nach Ludwigshafen
Rechtsterrorismus

Fragliche NSU-Spur nach Ludwigshafen

Bei den Ermittlungen zum Umfeld der Terrorgruppe "Nationalsozialistischer Untergrund" (NSU) führen neue Spuren offenbar in die militante Neonaziszene in Südwestdeutschland. Nach Informationen der "Frankfurter Rundschau" ist der Ludwigshafener Neonazi Malte R. ins Visier der Ermittler gerückt.

Brand mit neun Toten wird angeblich neu untersucht

Laut Dokumenten, die dem Blatt vorliegen, gilt Malte R. den Behörden als verdächtig, den Brand in einem Ludwigshafener Wohnhaus gelegt zu haben, bei dem am 3. Februar 2008 neun türkischstämmige Bewohner ums Leben gekommen waren. Das Feuer hatte international Aufsehen erregt, weil die Behörden eine Brandstiftung mit rassistischem Hintergrund relativ schnell ausgeschlossen hatten. Die Bundesanwaltschaft ein Sprecher der Bundesanwaltschaft erklärte dagegen gegenüber der ARD, dass es "keine zureichenden Anhaltspunkte für einen Zusammenhang" mit der Terrorgruppe NSU gebe.

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Malte R. gehört zu den Strippenziehern in der südwestdeutschen Neonazi-Szene, zudem soll er als Produzent und Organisator im Rechtsrock-Bereich tätig gewesen sein. Bei ihm soll auch der Sänger der Rechtsrock-Band "Gigi und die braunen Stadtmusikanten" aufgetreten sein. Für die Band interessiert sich auch das BKA wegen des Liedes "Döner-Killer", weil darin die Mordserie der Rechtsterroristen gefeiert wurde, lange bevor der Hintergrund bekannt wurde, wie tagesschau.de berichtet hatte.

Neonazis Uwe B. und Ralf W. (Foto: dapd) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Uwe Bönhardt (M.) und Ralf Wohlleben - aufgenommen 1996 in Erfurt im Umfeld eines Prozesses gegen einen Holocaust-Leugner. ]
Zudem gibt es weitere Verbindungen aus dem Umfeld von Malte R. nach Jena. So fungiert Ralf Wohlleben, Ex-NPD-Funktionär und mittlerweile als mutmaßlicher NSU-Terrorhelfer in Haft, als technischer Ansprechpartner der Internetseiten des "Aktionsbüros Rhein-Neckar". Malte R. wiederum gilt laut FR bei den Behörden als wichtiges Mitglied des "Aktionsbüros", das nach Angaben des Innenministeriums in Mainz eine "Informations- und Koordinierungsstelle" von neonationalsozialistischen Kameradschaften im Dreiländereck Hessen, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz ist.

Enge Zusammenarbeit mit der NPD

Im Jahr 2006 war die Seite des "Aktionsbüros" von der "Daten-Antifa" gehackt und die Inhalte veröffentlicht worden. Aus den Daten werden weitere Verbindungen nach Thüringen sichtbar. So war angeblich die Anwältin des inhaftierten Neonazis Wohlleben, die ebenfalls aus Jena stammt, in dem Forum der südwestdeutschen Neonazis aktiv. Ein anderer Kader des "Aktionsbüros" kommt ebenfalls aus der thüringischen Stadt.

In dem gehackten Forum waren auch Mitglieder der NPD aktiv. Zudem unterstützte das Neonazi-"Aktionsbüro" die NPD bei Wahlkämpfen. Als Gegenleistung soll die Partei Geld gezahlt und führende Kader aus dem "Aktionsbüro" auf Wahllisten ganz oben platziert haben.

Weitere Hinweise liefern die rekonstruierten Bekennervideos des NSU. Die Musik zu einem der Propagandafilme kam von der Band "Noie Werte" aus Baden-Württemberg. Der Sänger dieser Rechtsrock-Gruppe steht wiederum in Kontakt zu der oben erwähnten Rechtsanwältin von Wohlleben, beide arbeiten laut SWR bei einer Kanzlei in Baden-Württemberg.

Stand: 17.12.2011 19:30 Uhr
 

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