Beate Zschäpe | Bildquelle: AFP

Neue Aussage im NSU-Prozess Zschäpe nennt Helfer - und macht sich klein

Stand: 21.01.2016 18:09 Uhr

Im NSU-Prozess hat sich Beate Zschäpe erneut schriftlich geäußert - und mehrere Neonazis als Helfer belastet. Ihre eigene Rolle bei den NSU-Verbrechen spielte sie erneut herunter. Der Mitangeklagte Wohlleben stellte unterdessen einen Befangenheitsantrag gegen Richter Götzl.

Die mutmaßliche Rechtsterroristin Beate Zschäpe hat in ihrer von einem ihrer Anwälte verlesenen neuen Erklärung mehrere Neonazis als Helfer genannt. So habe der Anführer der Chemnitzer "Blood & Honour"-Gruppe, Jan W., eine Waffe beschafft, hieß es in der Erklärung. Das habe ihr Uwe Böhnhardt erzählt. Dabei sei auch von einem Schalldämpfer die Rede gewesen.

Zschäpe äußert sich erneut schriftlich im NSU-Prozess
tagesschau 20:00 Uhr, 21.01.2016, Julian von Löwis, BR

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Helfer genannt

Darüber hinaus nannte sie im NSU-Prozess die Namen weiterer Helfer, die das NSU-Trio bei sich versteckten, Wohnungen mieteten oder Papiere oder Krankenkassenkarten zur Verfügung stellten. Davon waren die meisten bereits bekannt und teilweise im Prozess als Zeugen gehört worden.

Ein besonders enges Verhältnis habe sie zu dem als Terrorhelfer angeklagten André E. und dessen Frau gehabt. Mit der Frau sei sie befreundet gewesen und habe diese ab 2006 bis zum Auffliegen des NSU regelmäßig getroffen. Meist seien sie mit den Kindern der Familie E. auf einen Spielplatz gegangen.

Ansonsten schrieb sich Zschäpe selbst erneut eine passive Rolle bei den Verbrechen des NSU zu. Sie habe resigniert und sich in den Alkohol geflüchtet. "Für mich waren die Tage nur mit dem Konsum von Sekt, den ich bei Aldi oder Penny kaufte, erträglich." Sie ließ sich als machtlos gegenüber den NSU-Mitgliedern Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos beschreiben. "Sie ließen sich von mir nicht beeinflussen. Sie ließen sich von mir auch nichts sagen", so Zschäpe. Bei den dem NSU angelasteten Taten hätten Böhnhardt und Mundlos sie weder für die Planung noch für die Ausführung gebraucht.

Auch zum häufig diskutierten Tod der Polizeibeamtin Michèle Kieswetter in Heilbronn und zum Mordversuch an deren Kollegen Martin A. könne sie nichts beitragen: "Ich kann keine Angaben zur Auswahl machen", las ihr Anwalt für Zschäpe vor - andererseits habe sie nie geglaubt, dass es nur um die Waffen der Beamten gegangen sei. Jedenfalls mit dieser Einschätzung entspreche sie den Vorstellungen der Bundesanwaltschaft, sagt ARD-Terrorexperten Holger Schmidt. Die Bundesanwaltschaft hatte von Anbeginn unterstellt, es sei bei der Tötung der Polizistin auch darum gegangen, eine Repräsentantin des verhassten Staates zu töten.

Befangenheitsantrag gegen Götzl

Im Prozess in München hatte der Mitangeklagte Ralf Wohlleben einen Befangenheitsantrag gegen den Vorsitzenden Richter Manfred Götzl gestellt. Götzl habe sowohl am Donnerstag als auch am Mittwoch seine Verteidiger und die der Hauptangeklagten Zschäpe mehrfach in scharfem Tonfall abgekanzelt. Damit zeige er, dass er nicht mehr unvoreingenommen sei und den Angeklagten ihr Recht auf Gehör verweigere.

Götzl hatte am Vormittag Wohllebens Verteidiger Wolfram Nahrath mehrfach unterbrochen und am Reden gehindert. Am Mittwoch war Götzl mit Zschäpes Verteidiger Wolfgang Stahl aneinandergeraten.

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