Die Angeklagte Beate Zschäpe neben ihrem Anwalt Mathias Grasel. | Bildquelle: dpa

Letzte Frist gesetzt NSU-Prozess vor Ende der Beweisaufnahme

Stand: 07.03.2017 15:00 Uhr

Nach mehr als 350 Verhandlungstagen steuert der NSU-Prozess auf eine entscheidende Wegmarke zu: das Ende der Beweisaufnahme. Der Richter setzte den 14. März als Frist für letzte Beweisanträge und lehnte mehrere ausstehende Anträge ab.

Von Tim Aßmann, BR

Das Gericht ist im Mammutverfahren mit seinem Programm durch und hat den Prozessbeteiligten eine Frist von einer Woche gesetzt, um Beweisanträge zu stellen. Zunächst räumte Manfred Götzl im übertragenen Sinne den Schreibtisch leer: Der Vorsitzende Richter lehnte eine ganze Reihe von noch ausstehenden Beweisanträgen ab und begründete die Entscheidung des Senats jeweils ausführlich. Mehrfach verlangte die Verteidigung des Angeklagten Ralf Wohlleben Beratungspausen.

Götzl aber machte erst einmal weiter und schloss so aus, dass die Verteidiger des Ex-NPD-Funktionärs nach einer der verlangten Pausen einen Befangenheitsantrag stellen konnten. Als er alle Beschlüsse verkündet hatte, setzte Götzl allen Verfahrensbeteiligten eine Frist. Wenn noch Anträge gestellt werden sollen, muss das spätestens am nächsten Verhandlungstag, dem kommenden Dienstag geschehen. Das Gericht will die Beweisaufnahme also bald schließen - nach mittlerweile 351 Verhandlungstagen.

Ein Ende ist in Sicht

Nach der Beweisaufnahme würden die Plädoyers von Bundesanwaltschaft, Verteidigung und Nebenklage folgen. Zu erwarten ist aber, dass tatsächlich noch weitere Beweisanträge gestellt werden, über die dann wiederum entschieden werden muss.

Die Hauptangeklagte Beate Zschäpe ist unter anderem der Mittäterschaft an allen zehn NSU-Morden und an den Anschlägen der Terrorzelle angeklagt. Sie gilt als schwer belastet.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 07. März 2017 um 13:24 Uhr

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