Beate Zschäpe und Mathias Grasel  | Bildquelle: AFP

NSU-Prozess 50 Fragen - und noch keine Antworten

Stand: 12.01.2016 12:24 Uhr

Mehr als 50 Fragen will das Münchner Oberlandesgericht von der Hauptangeklagten im NSU-Prozess, Zschäpe, beantwortet haben. Eigentlich sollten ihre schriftlichen Aussagen heute verlesen werden - doch das wurde nun verschoben.

Von Ernst Eisenbichler, BR

Im NSU-Prozess entfällt die für heute erwartete schriftliche Beantwortung der Hauptangeklagten Beate Zschäpe auf den Fragenkatalog. Das teilte eine Sprecherin des Oberlandesgerichtes (OLG) München mit. Wie war das Verhältnis von Beate Zschäpe zu ihren Freunden Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos? Welche NSU-Unterstützer gab es eventuell noch?

Mehr als 50 Fragen hatte das Gericht im Dezember an die 41-Jährige gestellt, nachdem diese ihr zweieinhalb Jahre dauerndes Schweigen mit einer durch ihren Verteidiger Mathias Grasel verlesenen Erklärung gebrochen hatte. Die schriftliche Beantwortung des Fragenkatalogs war eigentlich für heute erwartet worden.

Mira Barthelmann, BR, zur Fortsetzung des NSU-Prozesses
tagesschau24, 11:15 Uhr, 12.01.2016

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Doch der Vorsitzende Richter Manfred Götzl ging nicht auf die Aussagen Zschäpes ein. Erst solle die Befragung des Mitangeklagten Ralf Wohlleben fortgesetzt werden. Das wird allerdings frühestens morgen sein.

Stattdessen verlas der Strafsenat des OLG am Vormittag Listen von Beweisstücken und führte sie damit als Beweismittel ein: Spurensicherungsberichte, Spurenverzeichnisse, Gutachten zur Verwertbarkeit von Spuren.

Wohllebens Fingerabdrücke

Unter anderem kam dabei heraus, dass sich Wohllebens Fingerabdrücke auf einer Geburtstagszeitung für André K. befanden. K. gehörte einst zum engeren Umkreis des NSU. Wohllebens Verteidiger Olaf Klemke beanstandete dieses Gutachten. Seiner Meinung nach habe es keinerlei Beweiswert.

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