Ein Norovirus | Bildquelle: dpa

Robert-Koch-Institut Neuer Stamm schuld an Norovirus-Welle

Stand: 20.02.2017 16:54 Uhr

Mehr als doppelt so viele Menschen wie normal erkrankten in diesem Winter durch den Norovirus. Nun liefern Mediziner vom Robert-Koch-Institut eine Erklärung: Ein neuer, bisher unbekannter Virusstamm ist für den Großteil der Erkrankungen verantwortlich.

Die starke Ausbreitung der Noroviren in diesem Winter hängt Untersuchungen zufolge mit einer neuen Virusvariante zusammen. Diese sei bei sporadischen Infektionen ebenso nachgewiesen worden wie bei Ausbrüchen in neun Bundesländern, berichten Experten des Berliner Robert-Koch-Instituts (RKI) im jüngsten epidemiologischen Bulletin.

Sie hatten von September bis Dezember vergangenen Jahres 240 Proben aus 13 Bundesländern genauer untersucht. Insgesamt gingen rund 40 bis 50 Prozent dieser Norovirus-Erkrankungen auf den neuen Virentyp GII.P16-GII.2 zurück. Er sei auch in anderen Ländern wie etwa Frankreich, Australien, Japan und China aufgetreten.

Immunsystem erkennt Virus nicht

Experten hatten schon vor einiger Zeit eine neue Variante hinter dieser Entwicklung vermutet. Das Virus ist jedoch nicht gefährlicher als sonst. "Es kann sich nur besser vor dem Immunsystem verbergen, sodass mehr Leute erkranken", sagte eine RKI-Sprecherin. Dem Institut zufolge ist es auch normal, dass das Norovirus in manchen Jahren stärker auftritt als in anderen.

Vor Weihnachten zählten Experten etwa 5000 Infizierte. In den ersten vier Wochen 2017 wurden noch einmal 13.700 Erkrankungen registriert. Das sind knapp doppelt so viele wie im Vorjahreszeitraum. Es werden jedoch lange nicht alle Fälle gemeldet.

Das Norovirus kann zu starkem Durchfall und Erbrechen führen. Eine Erkrankung ist hoch ansteckend und kann sich so zum Beispiel in Kitas und Pflegeheimen schnell verbreiten. Weil Patienten viel Flüssigkeit verlieren, kann eine Infektion vor allem für Kleinkinder, Alte und Geschwächte gefährlich sein.

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