Hostel auf dem ehemaligen Gebäude der nordkoreanischen Botschaft in Berlin | Bildquelle: Gabor Halasz, NDR

Berlin Nordkorea kündigt Pachtvertrag für Hostel

Stand: 05.09.2017 20:00 Uhr

In Berlin hat ein Hostel seit Jahren Geld in Kim Jong Uns Kassen gespült - es liegt auf nordkoreanischem Botschaftsgelände. Das war wegen der Sanktionen gegen Nordkorea illegal. Nun hat die Botschaft den Pachtvertrag gekündigt, weil das Auswärtige Amt Druck gemacht hatte.

Nach dem Streit um die Verpachtung eines Hostels durch die nordkoreanische Vertretung in Berlin hat die Botschaft nun die Mietverträge mit den Betreibern gekündigt. Aus dem Auswärtigen Amt hieß es dazu, dies sei ein weiterer Schritt, um eine sanktionswidrige Praxis zu beenden.

Seit Jahren vermietet

Die nordkoreanische Botschaft vermietet in Berlin seit Jahren große Teile ihres noch aus DDR-Zeiten stammenden Geländes. Allein das Cityhostel Berlin in bester Innenstadtlage soll Pjöngjang monatlich 38.000 Euro zahlen.

Seit der UN-Sicherheitsrat die Sanktionen gegen Nordkorea nach einem Atomtest im November 2016 verschärft hat, sind solche Aktivitäten aber illegal. Bereits im November 2016 untersagte der Rat nach dem fünften Atomtest des Regimes per Resolution Vermietungsgeschäfte wie in Berlin.

Weltweit spielen die Botschaften des stalinistisch geführten Landes und dessen Diplomaten eine entscheidende Rolle, um die Finanzsanktionen zu unterlaufen. Die mit ihrer Hilfe erwirtschafteten Devisen werden nach Überzeugung von Experten dazu genutzt, verbotene Technologien und Luxusgüter einzukaufen sowie den Betrieb der Botschaften selbst zu finanzieren.

Mieteinnahmen jahrelang nicht versteuert

Die Mieteinnahmen für das Hostel sowie ein Kongresszentrum auf dem Berliner Botschaftsgelände soll Nordkorea nach Informationen von NDR, WDR und "Süddeutscher Zeitung" zudem jahrelang nicht versteuert haben. Das kommunistische Regime schuldet dem Land Berlin deshalb angeblich Steuern von rund zehn Millionen Euro.

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