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Landtagswahl in Niedersachsen
Schwarz-Gelb und Rot-Grün gleichauf
Die Landtagswahl in Niedersachsen ist mit einem Patt ausgegangen. Laut Prognose von Infratest dimap nach Schließung der Wahllokale zeichnet sich kein klarer Sieger ab. Schwarz-Gelb und Rot-Grün liegen gleichauf. Der FDP gelingt offenbar die große Überraschung: Mit 10,0 Prozent schafft sie locker den Sprung in den Landtag.
Die CDU von Ministerpräsident David McAllister bleibt zwar mit 36,0 Prozent stärkste Kraft. 2008 war sie unter Spitzenkandidat Christian Wulff auf 42,5 Prozent gekommen.
Die SPD mit Spitzenkandidat Stephan Weil erreicht laut Prognose 32,5 Prozent und damit etwas mehr als 2008. Die Grünen kommen auf ein zweistelliges Ergebnis: 13,5 Prozent lautet für sie die Prognose. Linkspartei und Piraten scheitern mit 3,5 beziehungsweise 2,0 Prozent klar an der Fünf-Prozent-Hürde.
Wahltag begann schleppend
Insgesamt waren in Niedersachsen 6,1 Millionen Bürger aufgerufen, ein neues Landesparlament zu wählen. Der Wahltag war zunächst nur schleppend angelaufen. Erst zum Nachmittag stieg die Wahlbeteiligung. Mehr als die Hälfte der Wahlberechtigten gab bis 16.30 Uhr ihre Stimme ab. Mit 53,3 Prozent lag die Wahlbeteiligung zu diesem Zeitpunkt höher als vor fünf Jahren um dieselbe Zeit. Damals hatten 49,5 Prozent der Stimmberechtigten gewählt. Vor fünf Jahren hatte die Wahlbeteiligung mit insgesamt 57,1 Prozent einen historischen Tiefststand bei einer Landtagswahl in Niedersachsen erreicht.
Zahlen und Umfragen zur Landtagswahl in Niedersachsen
Aktuelle Zahlen und Analysen aus dem ARD-Wahlstudio
Um die 135 Sitze im Parlament bewarben sich 659 Kandidaten. Bei der Wahl vor fünf Jahren hatte die CDU 42,5 Prozent bekommen und war damit stärkste Kraft geworden. Die SPD kam auf 30,3 Prozent, die FDP auf 8,2 Prozent und die Grünen auf 8,0 Prozent. Die Linke schaffte 2008 mit 7,1 Prozent erstmals in Niedersachsen den Sprung ins Parlament.
Berlin blickt gespannt nach Hannover
Auch in Berlin wurde die Wahl in Niedersachsen mit großer Spannung beobachtet. Sie gilt als wichtiger Stimmungstest vor der Bundestagswahl im Herbst. Vor allem vom Abschneiden der FDP hängt viel ab, auch die politische Zukunft von Bundesparteichef Philipp Rösler. Aber auch Debatten um SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück könnten wieder aufflammen, wenn die SPD den Machtwechsel an der Leine verpassen sollte. Sollte Rot-Grün den Wechsel schaffen, würden sich auch neue Machtverhältnisse im Bundesrat ergeben, in dem SPD und Grüne dann eine gestalterische Mehrheit hätten.
Stand: 20.01.2013 18:00 Uhr
