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Deutschland hat im vergangenen Jahr weniger neue Schulden aufgenommen als erwartet. Das teilte das Bundesfinanzministerium mit. Demnach lag die Netto-Kreditaufnahme bei 17,3 Milliarden Euro. Ursprünglich war der Bund von einer Neuverschuldung in Höhe von 48,4 Milliarden Euro ausgegangen. Diese Zahl hatte Finanzminister Wolfgang Schäuble im Dezember 2011 allerdings bereits deutlich nach unten korrigiert, auf weniger als 20 Milliarden Euro.
[Bildunterschrift: Kann sich über weniger Neuverschuldung freuen: Finanzminister Schäuble. ]
Grund für die Einsparungen sind vor allem deutlich gestiegene Steuereinnahmen, die dem Bund 248,1 Milliarden Euro in die Kassen spülten - und damit 18,9 Milliarden Euro mehr als erwartet. Außerdem fielen dank der Rekordbeschäftigung die Ausgaben für Arbeitslosigkeit niedriger aus. Schließlich profitierte der Bund von sehr günstigen Kapitalmarktzinsen.
2012 wird die Neuverschuldung voraussichtlich wieder steigen. Finanzminister Schäuble hat bislang Netto-Kreditaufnahmen in Höhe von 26,1 Milliarden Euro eingeplant. Nicht eingerechnet sind dabei jedoch mögliche zusätzliche Ausgaben zur Finanzierung des dauerhaften Euro-Rettungsschirmes ESM. Der ESM startet im Juli - ein Jahr früher als geplant. Dafür will Schäuble einen Nachtragsetat vorlegen, denn die früheren ESM-Einzahlungen sind bisher noch nicht berücksichtigt. Es wird erwartet, dass die erste Rate für den ESM weit höher ausfällt als die bisher veranschlagten 4,3 Milliarden Euro.
Im Zuge der positiven wirtschaftlichen Entwicklung konnte Deutschland 2011 auch die Verschuldungskriterien der Europäischen Union wieder einhalten: Wie gestern gemeldet wurde, lag die Defizitquote der öffentlichen Haushalte bei einem Prozent. Erlaubt sind bis zu 3,0 Prozent. 2010 hatte die Bundesrepublik die Defizit-Grenze von drei Prozent mit einem Minus von 4,3 Prozent noch deutlich überschritten.
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