Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) (Bildquelle: dpa)

Neujahrsansprache der Bundeskanzlerin Merkel stellt Deutschland ein gutes Zeugnis aus

Stand: 31.12.2010 18:03 Uhr

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat eine positive Bilanz des zurückliegenden Jahres gezogen und Deutschland eine gute Prognose für 2011 ausgestellt. In ihrer aufgezeichneten Neujahrsansprache sagte sie, die Bundesrepublik habe die Finanz- und Wirtschaftskrise wie kaum ein anderes Land gemeistert. Das Land sei sogar gestärkt aus den Turbulenzen herausgekommen.

Dies sei vor allem das Verdienst der Bürger, die Tag für Tag ihre Arbeit machten, die schon "frühmorgens auf den Beinen" seien, im Schichtdienst arbeiteten und sich um Aufträge und ihre Mitarbeiter kümmerten. "Gemeinsam haben wir Enormes geleistet." Die Kanzlerin gab zu bedenken, dass die Deutschen sich ihrer Stärken nicht immer bewusst seien und erinnerte in diesem Zusammenhang an die Erfolge der Fußball-Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft in Südafrika. Dort hätte das Team um Bundestrainer Joachim Löw die Tugenden gezeigt, die die Deutschen stark machten: "Fleiß und Disziplin, Ideenreichtum und Technik auf höchstem Niveau."

Neujahrsansprache der Bundeskanzlerin Merkel

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So wenig Arbeitslose wie seit fast 20 Jahren nicht mehr

Als besonders erfreulich bezeichnete Merkel die niedrige Zahl der Erwerbslosen. Noch nie hätten im geeinten Deutschland mehr Menschen Arbeit gehabt. Die Zahl der Arbeitslosen sei "die niedrigste seit fast 20 Jahren".

Für das kommende Jahr benannte Merkel die Vereinfachung der Steuern und die weitere Konsolidierung der Finanzen als Projekte der Bundesregierung. Am wichtigsten sei jedoch: "Noch mehr Menschen sollen Arbeit bekommen können." Zugleich solle der Zusammenhalt zwischen Einheimischen und jenen gestärkt werden, "die sich als Zuwanderer integrieren".

Euro ist "mehr als eine Währung"

Verschiedene Euro-Geldscheine (Bildquelle: AP)
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Der Euro ist aus Sicht der Kanzlerin "die Grundlage unseres Wohlstandes".

Einen prominenten Platz ihrer Rede räumte die Kanzlerin der Situation Europas ein. So hob sie die Verantwortung Deutschlands für das vereinte Europa hervor. Der Kontinent stehe in diesen Monaten "inmitten einer großen Bewährungsprobe", betonte sie. Europa sei der Garant für Frieden und Freiheit. Deutschland brauche Europa und die gemeinsame Währung "für unser eigenes Wohlergehen wie auch, um weltweit große Aufgaben zu bewältigen". Der Euro sei deshalb "weit mehr als eine Währung", sagte sie und bezeichnete ihn als "Grundlage unseres Wohlstands".

Die Kanzlerin betonte: "Wir Deutsche nehmen unsere Verantwortung wahr - auch wenn sie manchmal sehr schwer ist." Sie verwies auf Afghanistan, wo "unsere Soldatinnen und Soldaten in diesem Jahr den Tod von neun Kameraden verkraften mussten". Auch wenn kein Wort das Leid der Hinterbliebenen der Gefallenen mildern könne, "will ich von Herzen sagen: Ich vergesse sie nicht", sagte Merkel.

Zum Schluss: Karl Popper

Nach einem Dank an die Menschen in Deutschland, "die wie selbstverständlich und oft unbemerkt anderen Menschen helfen", appellierte Merkel an die Gestaltungsbereitschaft aller. "Lassen Sie uns in diesem Sinne mit Ideen, mit Neugier, mit Leidenschaft und mit dem Blick für den Nächsten die Lösung neuer Aufgaben anpacken", betonte die Kanzlerin und zitierte den Philosophen Karl Popper mit den Worten: "Die Zukunft ist weit offen. Sie hängt von uns ab, von uns allen."

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