Zur Haupt-Navigation der ARD.
Zum Inhalt.

19.03.2010

ARD-Logo

Suche in tagesschau.de

Hauptnavigation
Multimedia
  • VideoLivestream.nachtmagazin 00:20 Uhr
  • Videotagesschau24.
  • VideoLetzte Sendung.tagesthemen 22:15 Uhr
Inhalt
Inland
Jugendschutz: Merkel startet Kinder-Plattform im Netz
Merkel startet Kinder-Plattform

Umzäunter Spielplatz im Internet

Die Diskussion um Filter-Programme und Gütesiegel ist fast so alt wie das World Wide Web selbst: Wie können Kinder vor dubiosen Chat-Angeboten und schädlichen Inhalten bewahrt werden? Deutsche Anbieter haben jetzt eine gemeinsame Plattform, die "sichereres" Surfen verspricht. Bundeskanzlerin Angela Merkel drückte am Donnerstag den Startknopf für das geschützte "Netz für Kinder".

Von Fiete Stegers, tagesschau.de

Bundeskanzlerin Angela Merkel (Foto: dpa) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Merkel schickte Raupe "Finn" auf die Suche. ]
Die grüne Raupe heißt "Finn", hält eine große Lupe in der Hand und will Kinder durch das Internet begleiten. Unter der Adresse "www.FragFINN.de" sollen nun kindgerechte Surftouren beginnen. Eltern können dort ein Zusatzprogramm (Plug-in) für den Internet-Browser herunterladen und installieren. Ist es aktiviert, sind nur noch als kindgerecht ausgewählte Webseiten zugänglich. Andere Internet-Seiten können nicht mehr abgerufen werden. Die Seite "FragFinn.de" selbst fungiert als Portal für die von der Freiwilligen Selbstkontrolle Multimedia auf eine Positiv-Liste gesetzen Kinderseiten.

Eine namentliche Registrierung ist für den Zugang nicht erforderlich: Die empfohlenen Seiten besuchen kann jeder. Potenziell also auch Erwachsene, die sich Kindern mit bösen Absichten nähern wollen: "Es sind aber über uns nur Chats zugänglich, die von Moderatoren überwacht werden", beruhigt Friederike Siller, Projektleiterin bei der Freiwilligen Selbstkontrolle Multimedia (FSM).

Dossier:

Weitere Meldungen Gefahr für junge Surfer

Für viele Kinder und Jugendliche ist der Umgang mit Computern zur Selbstverständlichkeit geworden. Doch wenn sie ins Internet gehen, lauern Gefahren. grausame oder pornografische Bilder und Videos können traumatisieren - auch Pädophile und Extremisten nutzen das weltweite Netz. [mehr]

Finanziert werden das Portal und die Initiative "Ein Netz für Kinder" von der Bundesregierung sowie zahlreichen großen Internet- und Medienunternehmen, darunter AOL Deutschland, Deutsche Telekom, Vodafone, Google Deutschland, 1&1 und Super RTL. Auch die Verlagsgruppe Bauer zählt dazu, die das Jugendmagazin "Bravo", aber auch etliche Erotik-Blättchen, produziert. "Es werden über FragFINN.de natürlich nicht nur die Kinder-Angebote der Sponsoren erschlossen", erklärt Projektleiterin Siller gegenüber tagesschau.de.

Screenshot "Fragfinn" Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Startseite des Kinder-Portals "Fragfinn" ]
Auch einige an Kinder gerichtete Angebote von ARD und ZDF, die nicht der FSM unterliegen, sind bei "FragFINN" verlinkt. Anbieter können sich um eine Aufnahme in die Positiv-Liste bewerben, müssen aber bestimmte Voraussetzungen erfüllen: So dürfen ihre Seiten zum Beispiel Werbung enthalten - allerdings muss diese klar erkennbar sein. Anzeigen für Tabak, Alkohol oder Erotikprodukte sind nicht erlaubt.

Förderung für kinderfreundliche Geschäftsideen

Außerdem will die Initiative "Ein Netz für Kinder" neue Kinder-Websites finanziell fördern. Die Bundesregierung stellt dafür in den nächsten drei Jahren jeweils 1,5 Millionen Euro zur Verfügung. "Bedingung ist aber, dass die Websites letzlich kommerziell erfolgreich sein können. Das wollen aber manche gar nicht - zum Beispiel Kinderseiten, die von Kirchen oder Privatleuten gemacht werden", kritisiert Stefan R. Müller gegenüber tagesschau.de. Er ist Geschäftsführer der Kinder-Suchmaschine "Blinde Kuh", die es schon seit einigen Jahren gibt. "Blinde Kuh" wird vom Familienministerium gefördert, sie hat den Aufbau von "FragFINN.de" mit Internet-Adressen aus ihrer Datenbank unterstützt.

Müller sieht das Ergebnis allerdings skeptisch: "Da wird ein bisschen so getan, als ob die Politik und die Wirtschaft jetzt 'das' Internet für Kinder erfunden haben." Außerdem würde von der Positiv-Liste von "FragFINN" viele Websites nicht erfasst, die für Kinder zwar interessant, aber nicht speziell für sie gemacht seien, "zum Beispiel die ganz normalen Seiten von ARD und ZDF oder von ausländischen Fußballvereinen wie Real Madrid oder FC Barcelona." Die Frage sei, ob man einen abgeschlossenen Kindergarten aufbauen oder tatsächlich die Vielfalt des Internets für Kinder erschließen wolle, sagt Müller. Einige Seiten seien außerdem noch durch technische Probleme ausgeschlossen.

Trotz der großen Namen aus der Wirtschaft und der Förderung durch die Bundesregierung bleibt abzuwarten, wie "FragFINN.de" angenommen werden wird: Bisher hat sich kein Filter-System für kindgerechte Inhalte durchsetzen können. Filter-Gegner wie der Chaos Computer Club, aber auch Jugendschützer sind sich ohnehin einig, was die wichtigste Maßnahme zum Kinderschutz ist: dass Eltern persönlich darauf achten, wo sich ihre Kinder im Netz bewegen und mit ihnen über ihre Verhalten sprechen.

Stand: 30.11.2007 12:34 Uhr

Weitere Inhalte

Nachrichten-Weltatlas

Weltatlas

WeltatlasDeutschland

Landkarte, weitere Nachrichten aus der Region und viele Hintergrundinformationen.
[Flash|HTML]

Doppel-Interview

 (Foto: dpa/dpaweb)

Intern"Das Internet ist wie Straßenverkehr"

Muss mehr Kontrolle des Internets her und wo sind Eltern in der Verantwortung? Was die Initiative Jugendschutz.net und der Chaos Computer Club dazu meinen. [mehr]

Links

 

© tagesschau.de

tagesschau.de ist für den Inhalt externer Links nicht verantwortlich.

Die Landesrundfunkanstalten der ARD: BR, HR, MDR, NDR, Radio Bremen, RBB, SR, SWR, WDR,
Weitere Einrichtungen und Kooperationen: ARD Digital, ARTE, PHOENIX, 3sat, KI.KA, DLF/ DKultur, DW