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Innenminister Friedrich über Rechtsextreme in Deutschland
Mehr als 100 Neonazis leben im Untergrund
In Deutschland leben weiterhin mehr als 100 zur Fahndung ausgeschriebene Rechtsextremisten im Untergrund. "Das Bundeskriminalamt geht mit Stand von Mitte September von zuletzt 110 mit offenen Haftbefehlen untergetauchten Rechtsextremisten aus", sagte Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich der "Welt am Sonntag". Die Zahl könne sich allerdings durch Verhaftungen oder neu hinzugekommene Haftbefehle verändert haben.
Auf die Frage, ob es Nachahmer des NSU geben könnte, antwortete der Minister: "Nachahmer, die wahllos Leute erschießen und davon nichts verlautbaren, erwarte ich nicht. Aber dass es im rechtsextremistischen Milieu immer wieder fließende Übergänge zu gewalttätigen und terroristischen Strömungen geben kann, halte ich für möglich."
Die Demokratie brauche deshalb einen "starken Verfassungsschutz", erklärte der CSU-Politiker. Zudem gebe es nun das behördenübergreifende Gemeinsame Abwehrzentrum Rechtsextremismus sowie die neu geschaffene elektronische Rechtsextremismusdatei.
Stand: 20.10.2012 13:14 Uhr
