Aigner | Bildquelle: dapd

Agrarministerin bekommt NABU-Negativpreis Aigner ist "Dinosaurier des Jahres"

Stand: 27.12.2012 13:23 Uhr

Bundesagrarministerin Ilse Aigner ist vom Naturschutzbund Deutschland (NABU) zum "Dinosaurier des Jahres" 2012 gekürt worden. Aigner erhalte den Negativpreis für ihre "rückwärtsgewandte Klientelpolitik", die den Prinzipien einer nachhaltigen und zukunftsfähigen Politikgestaltung widerspreche, sagte NABU-Präsident Olaf Tschimpke.

Als Hauptgrund nannte Tschimpke Aigners "Festhalten an einer umweltschädlichen Agrarpolitik und ihr enttäuschendes Engagement für ein besseres Tierschutzgesetz". Hinzu kämen ihre Blockade bei der Neugestaltung eines umweltverträglicheren Jagdrechts sowie ihr fehlender Einsatz für eine nachhaltigere Fischereipolitik.

NABU-Negativpreis geht an Ilse Aigner
tagesschau 14:00 Uhr, 27.12.2012, Kristin Joachim, ARD Berlin

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Ministerium: "Der NABU setzt auf billige PR-Gags"

Ministerin Aigner ist die 17. Trägerin des Negativ-Preises - und die erste Frau. Während sich andere Ausgezeichnete wie der damalige RWE-Vorstandsvorsitzende Jürgen Großmann, einem Streitgespräch stellten, ist Aigner nicht aufgetaucht, sondern lässt ihren Sprecher per Pressemitteilung zurückschießen. Der NABU erhalte die "blinde Nuss des Jahres" - weil er die Augen vor der Wirklichkeit verschließe: "Der NABU setzt auf billige PR-Gags und verschließt die Augen vor der Wirklichkeit." Deutschland habe die Modernisierung der Landwirtschaft entschlossen vorangetrieben und setze auf regional einheitliche Hektarprämien. Damit werde nicht länger die Produktion, sondern die nachhaltige Bewirtschaftung der Fläche bezuschusst.

Weiter erläuterte der Sprecher, das Agrarministerium setze sich vehement dafür ein, die Fischbestände in den Weltmeeren als eine der wichtigsten Nahrungsquellen der Menschheit auch für kommende Generationen zu erhalten.

"Dinosaurier des Jahres" geht an Landwirtschaftsministerin Aigner
A. Sepeur, NDR
27.12.2012 13:17 Uhr

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Aigner will 2013 zurück nach Bayern

Aigner ist seit 2008 Bundesagrarministerin. Sie wird auf eigenen Wunsch zum Ende der Legislaturperiode aus dem Bundeskabinett ausscheiden. Die CSU-Politikerin strebt bei der Bayern-Wahl im September 2013 ein Mandat im Landtag an.

Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer brachte die 47-Jährige in der Zeitung "Die Welt" als die Nachfolgerin für den bayerischen Ministerpräsidenten und CSU-Chef Horst Seehofer ins Spiel. "Sie hätte hervorragende Voraussetzungen für das Amt der Parteivorsitzenden und Ministerpräsidentin", sagte Ramsauer.

Der Negativpreis des NABU wird seit 1993 verliehen. Im vergangenen Jahr ging er an die Chefs der Kreuzfahrtunternehmen AIDA und TUI Cruises. Zuvor waren häufig - überwiegend konservative - Politiker und Vertreter von Energieunternehmen mit dem Preis bedacht worden.

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